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Ein wandernder Narr suchte den Stein der Weisen. Sein Haar war zerzaust, von der Sonne gebleicht und mit Staub bedeckt, sein Leib zum Schatten abgemagert, seine Lippen fest aufeinander gepreßt wie die verschlossenen Türen seines Herzens, seine brennenden Augen wie das Licht eines Glühwurms, der seinen Gespielen sucht.


Vor ihm brüllte der endlose Ozean.

Die geschwätzigen Wellen plauderten unaufhörlich von verborgenen Schätzen, den Unverstand verspottend, der nicht wußte, was sie meinten.

Mag sein, daß ihm jetzt keine Hoffnung mehr geblieben war, und doch wollte er nicht ruhn, denn das Suchen war sein Leben geworden, —

Wie der Ozean immer seine Arme zum Himmel hebt nach dem Unerreichbaren —

Wie die Sterne im Kreise wandeln und doch ein Ziel suchen, das unerreichbar ist —

So wanderte auch der Narr mit bestaubtem und gebleichtem Haar am einsamen Gestade, auf der Suche nach dem Stein der Weisen.