Anita: „Gut, daß du da bist, gut! Ich kann es nicht aushalten ohne dich! Der Alte will nicht sterben, dieser Eigensinnige, und der Esel langweilt mich mit seiner Sohnesliebe! Du bist für mich Luft und Licht, dir allein gehöre ich! Alter, Eigensinniger, hörst du es, ja, du hörst es, diesem allein gehöre ich, und nicht deinem Esel von Sohn!“
Sie küssen sich.
„Alter, nun erzähle alles deinem Esel von Sohne! Ja, wir küssen uns, und wir lieben uns, und noch mehr, noch mehr! Aber dein Sohn hat die Sohnesliebe, da verpufft er seine ganze Glut, und für sein armes Weib bleibt nicht viel übrig! Ich begnüge mich nicht mit dem, was von seiner Sorge um dich für mich übrig bleibt!“
Der Liebhaber ab.
Der Sohn kommt, will in den Keller, dem geliebten Vater seinen Wein bringen. Anita erkennt da plötzlich, daß sie ihn jetzt loswerden könnte, wenn sie ihn nicht warnt. Sie blickt ihn unbeschreiblich hart an, während er die leeren Flaschen reinigt. Der Alte will ihn vor dem Todesgang mit den gelähmten Händen zurückhalten, kann es aber nicht!
„Vater, ich tue es ja für dich, du Dummer, Guter, der Wein wird dir Leben bringen!“
Er geht langsam hinunter die Kellerstiege, stürzt sich zu Tode! Anita schleicht höhnisch zum Alten hin. Der reckt sich, wird momentan ungelähmt und erwürgt sie.
Vorhang
(Einem ungeschriebenen Stücke der Maria-Grasso-Truppe nacherzählt.)