„Nein,“ entschied der Knabe, „es wäre nichts für mich. Man ist immerzu schmierig, und die Farben riechen auch so furchtbar stark. Ein bißchen davon rieche ich sehr gern, zum Beispiel an einem frischen Bild, wenn es in einem Zimmer hängt und nur so ganz fein nach Farbe riecht; aber im Atelier, das wäre mir zuviel, da bekäme ich Kopfweh.“

Der Diener sah ihn prüfend an. Eigentlich hätte er dem verwöhnten Kinde schon längst einmal seine Meinung sagen mögen, er hatte viel an ihm zu tadeln. Aber wenn Pierre da war und man ihm ins Gesicht sah, dann ging es doch nicht an. Der Kleine war so frisch und hübsch und ernsthaft, als wäre an ihm und in ihm absolut alles in Ordnung, und gerade der kleine Zug von herrischer Blasiertheit oder Altklugheit stand ihm merkwürdig gut an.

„Was möchtest du denn eigentlich werden, Junge?“ fragte Robert ein wenig streng.

Pierre blickte zu Boden und besann sich.

„Ach, ich möchte eigentlich gar nichts Besonderes werden, weißt du. Ich möchte nur, daß ich mit der Schule fertig wäre. Im Sommer möchte ich bloß ganz weiße Kleider tragen, auch weiße Schuhe, und es dürfte gar nie der kleinste Fleck daran sein.“

„So, so,“ tadelte Robert. „So sagst du jetzt. Aber neulich, als wir dich mit hatten, war auf einmal dein weißes Zeug voller Kirschenflecken und Grasflecken, und den Hut hattest du überhaupt verloren. Weißt du noch?“

Pierre wurde kühl. Er schloß die Augen bis auf einen kleinen Schlitz und starrte durch seine langhaarigen Wimpern.

„Für das hat mich meine Mama damals so gescholten,“ sagte er langsam, „und ich glaube nicht, daß sie dir Auftrag gegeben hat, es mir wieder vorzuhalten und mich damit zu quälen.“

Robert lenkte schon ein.

„Also du möchtest immer weiße Kleider anhaben und sie gar nie schmutzig machen?“