Als ich mich in meiner kleinen Wohnung einrichte, bemerke ich alsbald das amerikanische eiserne Bett, dessen vier in Messingkugeln endende Pfeiler den Leitern einer Elektrisiermaschine gleichen. Fügt man dazu die elastische Matratze, deren kupferne Sprungfedern wie die Spiralen der Rühmkorffschen Induktionsrolle aussehen, so kann man sich denken, wie wütend ich über diesen teuflischen Zufall bin. Unmöglich kann ich bitten, das Bett zu wechseln, weil dann der Verdacht aufkommen könnte, ich sei wahnsinnig.
Ich will mich vergewissern, dass nichts über meinem Bett verborgen ist, und steige auf den Boden hinauf. Um das Unglück voll zu machen, liegt dort oben nur ein einziger Gegenstand, und zwar ein ungeheures, zusammengerolltes Netz aus Eisendraht, gerade über meinem Bett. Das ist ein Akkumulator, sage ich mir. Wenn ein Gewitter, das hier sehr häufig ist, ausbricht, wird das Eisennetz den Blitz anziehen, und ich werde auf dem Konduktor liegen. Aber ich wage nichts zu sagen.
Zugleich beunruhigt mich der Lärm, den eine Maschine macht. Ein Ohrensausen verfolgt mich, seit ich das Hotel Orfila verlassen habe, wie das Stampfen eines Wasserrades. Da ich zweifle, ob dieses Geräusch tatsächlich vorhanden ist, frage ich, was es ist.
—Die Presse der Druckerei nebenan.
Alles erklärt sich wunderschön und doch macht mich diese Einfachheit der Mittel verrückt, erschreckt mich.
Die gefürchtete Nacht kommt. Der Himmel ist bedeckt, die Luft ist schwer; man erwartet ein Gewitter. Ich wage nicht, zu Bett zu gehen, und bringe zwei Stunden damit zu, dass ich Briefe schreibe. Von Müdigkeit überwältigt, entkleide ich mich und schlüpfe zwischen die Laken. Ein furchtbares Schweigen herrscht im Haus, als ich die Lampe lösche. Ich fühle, dass jemand im Dunkeln auf mich lauert, mich berührt, nach meinem Herzen tastet, saugt.
Ohne zu warten, springe ich aus dem Bett, öffne das Fenster uns stürze mich auf den Hof; aber die Rosensträucher stehen dort, und mein Hemd schützt mich nicht im geringsten gegen das Geisseln der Dornen. Zerrissen, blutend überschreite ich den Hof. Meine nackten Füsse werden von Kieselsteinen geschunden, von Disteln zerstochen, von Nesseln verbrannt; über unbekannt Gegenstände strauchelnd, erreiche ich die Küchentür, die zur Wohnung des Arztes führt. Ich klopfe. Keine Antwort!—Da erst entdecke ich, dass es regnet. Oh, Elend über Elend! Was habe ich getan, um diese Qualen zu verdienen? Sicher ist das die Hölle! Miserere! Miserere!
Ich klopfe immerzu!
Es ist seltsam, dass nie jemand da ist, wenn man mich angreift. Immer diese Alibis: es ist also ein Komplott, an dem alle teilnehmen! Endlich die Stimme des Arztes:
—Wer da?