Ganz im Süden Schwedens, an der Küste des Meeres, liegt die kleine Stadt: ein altes Seeräuber- und Schmugglernest, in dem Weltumsegler exotische Spuren aus vier Weltteilen hinterlassen haben.
So sieht die Wohnung meines Arztes wie ein buddhistisches Kloster aus. Die vier Flügel des einstöckigen Gebäudes schliessen einen viereckigen Hof ein, in dessen Mitte ein kuppelförmiger Bau an das Grabmal des Tamerlan zu Samarkand erinnert. Die Struktur und die Bekleidung des Dachstuhls mit chinesischen Ziegeln erinnern an den äussersten Orient. Eine apathische Schildkröte kriecht über das Pflaster und versinkt mitten im Gras in ein Nirvana der Betrachtung, das sich bis in Unendlichkeit ausdehnt.
Ein dichtes Gesträuch bengalischer Rosen schmückt die äussere Mauer des westlichen Flügels, wo ich allein wohne. Zwischen diesem Hof und den beiden Gärten liegt ein Wirtschaftshof, auf dem eine Kastanie steht und schwarze Hühner zanken; es ist eine Art Gang, dunkel und feucht.
Im Lustgarten steht ein Pavillon im Stil der Pagode, von Pfeifenstrauch überwachsen.
Dieses Kloster, das unzählige Zimmer hat, wird von einem einzigen Menschen bewohnt, dem Leiter des Kreiskrankenhauses. Witwer, Einsiedler, unabhängig, hat er die harte Schule des Lebens und der Menschen durchgemacht und verachtet die Menschen mit dieser starken und edlen Verachtung, die zur tiefen Erkenntnis der relativen Nichtigkeit aller Dinge führt, das eigene Ich einbegriffen.
Dieser Mann trat so unerwartet auf die Bühne meines Lebens, dass ich sein Auftreten zu den Theatercoups ex machina zählen möchte.
Als ich jetzt, von Dieppe kommend, im gegenüberstehe, sieht er mich fest und prüfend an und ruft aus:
—Was fehlt dir? Nervenkrank! Gut! Aber da ist auch noch etwas anderes. Du hast böse Augen, und das habe ich noch nicht bei dir gesehen. Was hast du gemacht? Ausschweifungen, Laser, verlorenen Illusionen, Religion? Erzähle mir, alter Junge!
Aber ich erzähle nichts, da der erste Gedanke, der meinem argwöhnischen Geist kommt, der ist, dass er gegen mich voreingenommen sei, dass er Erkundigungen eingezogen habe, dass ich interniert bin.
Ich schütze Nervosität, Schlaflosigkeit, Alpdrücken vor, und dann sprechen wir von anderen Dingen.