Ich weiß wohl, daß er meine Kette nicht aufhob; ich weiß, sie ward unter den Rädern zermalmt und ließ eine rote Spur im Staube zurück, und niemand weiß, was mein Geschenk war, noch wem es galt.
Aber der junge Prinz ist an unsrer Tür vorübergekommen, und ich habe den Schmuck von meiner Brust auf seinen Pfad geworfen.
8
Als die Lampe an meinem Bett ausging, wachte ich auf mit den frühen Vögeln.
Ich saß am offenen Fenster, einen frischen Kranz im losen Haar.
Der junge Wanderer kam die Straße entlang im rosigen Nebel des Morgens.
Eine Perlenkette trug er um seinen Hals, und die Sonnenstrahlen fielen auf seinen Scheitel.
An meiner Tür blieb er stehn und fragte ungestüm: „Wo ist sie?“
Vor lauter Scham vermochte ich nicht zu sagen: „‚Sie‘ bin ich, junger Wanderer, ‚sie‘ bin ich.“