ungeträumten Träume hast du mir als Erbe hinterlassen.
In dem dunkeln, dumpfen Laden, still in deiner Seele Tiefen
wuchsen süße Frauenwünsche, die den lauten Tag verschliefen —
mit den seidnen Festtagskleidern und dem selbstgewobnen Linnen
schlossest du sie in die Truhe, für die späten Enkelinnen.
Ich, die junge Urgucktochter, darf die reiche Truhe leeren,
Urguckahnchens Träume spinnen und von deiner Sehnsucht zehren.
Rosen längst vergeßner Lenze blühen mir zum Feiertage,
weil ich meiner Urgroßmutter ungelebte Liebe in mir trage.
Genehmigte Übersetzung von Roda Roda.