XVI.
Welches den Leser in einer vielleicht beklagenswerthen Ungewißheit läßt.

Es war jetzt zwanzig Minuten nach Mitternacht. Noch fünf bis sechs Flintenschüsse krachten von dem Aeronef herunter. Phil Evans unterstützend, hatten sich Onkel Prudent und Frycollin unter den Schutz der Felsen geflüchtet, ohne von einer Kugel verletzt zu werden. Für den Augenblick hatten sie nichts mehr zu fürchten.

Zunächst wurde der „Albatros“, während er sich gleichzeitig von der Insel Chatam entfernte, zu einer Höhe von neunhundert Metern emporgetrieben. Er hatte seine Aufstiegsschnelligkeit vergrößern müssen, um nicht in's Meer zu fallen.

In dem Augenblick, als der von seiner Emballage befreite Wachtposten den ersten Ausruf ausgestoßen hatte, waren Robur und Tom Turner auf ihn zugeeilt und hatten ihn vollends von der den Kopf umschließenden Leinwandhülle befreit und seine Fesseln gelöst. Darauf stürzte der Obersteuermann gleich nach der Cabine des Onkel Prudent und Phil Evans, fand diese aber leer.

François Tapage hatte inzwischen die Cabine Frycollin's durchsucht; auch in dieser war Niemand mehr.

Als Robur die Ueberzeugung gewann, daß seine Gefangenen ihm entronnen waren, ergriff ihn der heftigste Zorn. Mit dem Entweichen des Onkel Prudent und Phil Evans' war sein Geheimniß und seine Persönlichkeit aller Welt offenbart. Wegen jenes bei der Fahrt über Europa herabgeworfenen Schriftstückes hatte er sich deshalb weit weniger Sorge gemacht, weil er annehmen durfte, daß dasselbe beim Niederfallen überhaupt verloren gegangen sei ... Jetzt lag die Sache aber ganz anders.

Dann suchte er sich wieder zu beruhigen.

„Sie sind vorläufig zwar entflohen, sagte er sich; da sie von der Insel Chatam aber vor Ablauf einiger Tage nicht wegkommen können, so werde ich dahin zurückkehren. Ich werde sie suchen ... sie wieder einfangen ... und dann ...“