Er ging hinaus, nahm dem Hunde die Kette ab und schritt zum Atelierhaus, von dem jauchzenden Tier umbellt und umsprungen. Was lag ihm an Roßhalde! Das gehörte zu den Dingen, mit denen er nichts mehr zu tun hatte. Er fühlte sich jetzt zum erstenmal seiner Frau überlegen. Er hatte abgeschlossen. Er hatte im Herzen das Opfer gebracht, er hatte auf Pierre verzichtet. Seit sich das von ihm gelöst hatte, war sein ganzes Wesen nur noch nach vorwärts gerichtet. Für ihn war Roßhalde erledigt, erledigt wie die vielen anderen fehlgeschlagenen Hoffnungen von ehemals, erledigt wie die Jugendzeit. Unnütz darum zu klagen!

Er schellte und Robert kam gelaufen.

„Ich werde einige Tage im Freien malen. Sie müssen nach dem kleineren Malkasten sehen, auch nach dem Schirm, bis morgen muß alles in Ordnung sein. Um halb sechs Uhr wecken Sie mich.“

„Sehr wohl, Herr Veraguth.“

„Sonst nichts. Das Wetter wird doch halten? Was meinen Sie?“

„Ich glaube, es wird wohl halten ... Entschuldigen Sie aber, Herr Veraguth, ich möchte Sie noch etwas fragen.“

„Ja?“

„Ich bitte um Verzeihung, aber ich habe gehört, der Herr wollten nach Indien reisen.“

Veraguth lachte verwundert auf.

„Das ist verflucht rasch gegangen. Da hat also Albert geplaudert. Nun ja, ich werde nach Indien reisen, und da können Sie nicht gut mitkommen, Robert, es ist schade. Man hat da draußen keine europäischen Diener. Aber wenn Sie später wieder zu mir kommen mögen, so kommen Sie! Ich besorge Ihnen gerne inzwischen eine andre gute Anstellung, Ihren Lohn kriegen Sie ja ohnehin bis Neujahr bezahlt.“