„Sie müssen sich selber helfen, Herr Burkhardt, ich kenne das Bild nicht. Ich glaube, er hat es im vergangenen Herbst in den Pyrenäen gemalt und gar nie hier gehabt.“
Sie machte eine Pause und fuhr ablenkend fort: „Sie haben Pierre beschenkt, das war lieb. Ich danke Ihnen.“
„O, es sind Kleinigkeiten. Aber Sie müssen mir erlauben, auch Ihnen etwas Asiatisches als Andenken zu geben. Wollen Sie das? Ich habe ein paar Stoffe mitgebracht, die ich Ihnen zeigen möchte, und Sie müssen sich davon aussuchen, was Ihnen gefällt.“
Es gelang ihm, aus ihrem höflichen Sperren einen kleinen scherzhaft galanten Wortkrieg zu entfachen und die verschlossene Frau in gute Stimmung zu bringen. Er brachte einen Arm voll indischer Gewebe aus seiner Schatzkammer herauf, er breitete malaiische Battickstoffe und handgewobene Stücke aus, legte Spitzen und Seide über die Stuhllehnen, plauderte und erzählte, wo er dies und jenes gesehen und erfeilscht habe, fast für nichts, und entfaltete einen lustigen, bunten kleinen Basar. Er bat um ihr Urteil, hing ihr Spitzen über die Hände, erklärte ihre Machart und nötigte sie, die schönsten Stücke auszubreiten, zu betrachten, zu betasten, zu loben und schließlich zu behalten.
„Nein,“ rief sie am Ende lachend, „ich mache Sie ja zum Bettler. Das kann ich unmöglich alles behalten.“
„Keine Sorge,“ lachte er dagegen. „Ich habe vor kurzem wieder sechstausend Gummibäume gepflanzt und bin im Begriff, ein rechter Nabob zu werden.“
Als Veraguth ihn abzuholen kam, fand er beide plaudernd in voller Fröhlichkeit. Verwundert sah er, wie seine Frau gesprächig geworden war, suchte vergebens mit ins Geplauder zu kommen und ging etwas schwerfällig daran, nun auch die Geschenke zu bewundern.
„Laß nur, das sind Damensachen,“ rief der Freund ihm zu, „wir wollen jetzt baden gehen!“
Er zog ihn hinaus und ins Freie.
„Deine Frau ist wirklich kaum älter geworden, seit ich sie zum letztenmal sah,“ fing Otto unterwegs an. „Eben war sie mächtig vergnügt. Soweit ist ja also bei euch alles in Ordnung. Fehlt noch der große Sohn. Was macht denn der?“