Pierre blinzelte das Bild an.

„Ich glaube,“ sagte er nachdenklich, „man könnte mir viele Bilder zeigen und ich würde es gleich herauskennen, wenn eins vom Papa dabei wäre. Darum habe ich die Bilder gern, ich spüre, daß Papa sie gemacht hat. Aber eigentlich gefallen sie mir nur halb.“

„Red keine dummen Sachen!“ mahnte Robert ganz erschrocken und sah den Knaben vorwurfsvoll an, der jedoch unbewegt mit zwinkernden Augen vor dem Bilde stehen blieb.

„Schau,“ sagte er, „im Hause drüben sind ein paar alte Bilder, die gefallen mir viel besser. Solche Bilder will ich später einmal haben. Zum Beispiel Berge, wenn die Sonne untergeht, und alles ist ganz rot und goldig, und hübsche Kinder und Frauen und Blumen. Das ist doch eigentlich viel netter als so ein alter Fischer, der nicht einmal ein rechtes Gesicht hat, und so ein schwarzes, langweiliges Boot, nicht?“

Robert war in seinem Innern durchaus derselben Meinung und wunderte sich über den Freimut des Knaben, der ihn eigentlich freute. Er gab das aber nicht zu.

„Das verstehst du noch nicht recht,“ sagte er kurz. „Komm jetzt, ich muß wieder abschließen.“

In diesem Augenblick drang ein plötzliches pustendes und knirschendes Geräusch vom Hause herüber.

„O, ein Automobil!“ rief Pierre freudig und lief hinaus, unter den Kastanien durch in lauter verbotenen Abkürzungen quer über die Rasenplätze und mit Sprüngen über die Blumenrabatten hinweg. Atemlos kam er auf dem Kiesplatz vor dem Hause an und eben noch recht, um aus dem Wagen seinen Vater und einen fremden Herrn steigen zu sehen.

„Hallo, Pierre,“ rief Papa und fing ihn in den Armen auf. „Da ist ein Onkel angekommen, den du nimmer kennst. Gib ihm die Hand und frag ihn, wo er herkommt.“

Der Knabe faßte den Fremden fest ins Auge. Er gab dem Manne die Hand und sah in ein rotbraunes Gesicht und in helle, vergnügte, graue Augen.