Da stutzte die Frau eigentümlich.
„Erlaubens, Frey? wenn ich recht gehört habe?“
„Ja, Frey, Leopoldstraße.“
Die Frau schaute Isolden ganz perplex an, schloß die Hausthür, die noch ein wenig offen stand, stellte die Lampe auf den Fußboden neben sich hin und sagte: „Also vom Herrn Bruder geschickt?“
„Von meinem Bruder?“ fragte Isolde verständnislos.
„Herr Studiosus Karl Frey?“ fragte die Frau noch einmal.
„Das ist mein Bruder.“
„No also! Und der ist auch der Vater von dem Mädchen seinem Kind. So weit als ich die Kleine kenne, ist sie ganz a sauberes Madel, das was auf sich hält. Also da hat er doch noch ein Einsehn gehabt. Ja, die ganz jungen Herren die sind a Kreuz für’n Mädel.“
Isolde war in der größten Verwirrung. „Ich fahr zu ihr, ich bring sie!“ sagte sie heftig. „Kommen Sie nach.“ Sie drückte der Hebamme zehn Mark in die Hand. „Alles wird gezahlt.“
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