Ich klopfe an die Tür des Salons, der auf der anderen Seite des Flurs liegt. Meine Mutter, die noch auf ist und betet, kommt und öffnet.

Der Ausdruck, den ihr Gesicht annimmt, als sie mich bemerkt, flösst mir vor mir selbst ein tiefes Entsetzen ein.

—Du wünscht, mein Kind?

—Ich wünsche zu sterben, und dann verbrannt zu werden; oder vielmehr, verbrennt mich lebendig!

Kein Wort! Sie hat mich verstanden, sie bekämpft ihr Entsetzen: Mitleid und Barmherzigkeit der religiösen Frau tragen den Sieg davon, und mit eigener Hand macht sie das Sofa zurecht; dann zieht sie sich in ihr Zimmer zurück, wo sie mit dem Kinde schläft.

Zufällig—immer dieser teuflische Zufall!—steht das Sofa dem Fenster gegenüber, und derselbe Zufall hat es gewollt, dass keine Vorhänge da sind, dass also die schwarze Fensteröffnung, die in die Dunkelheit der Nacht hinausgeht, mich angähnt; und ausserdem ist es gerade dieses Fenster, durch das der Windstoss heute abend während des Essens geheult hat.

Am Ende meiner Kräfte angelangt, sinke ich auf mein Lager nieder, indem ich diesen allgegenwärtigen und unvermeidlichen Zufall verwünsche, der mich in der offenbaren Absicht verfolgt, den Verfolgungswahn hervorzurufen.

Ich ruhe mich fünf Minuten aus, indem ich die Augen auf das schwarze Viereck hefte, da gleitet das unsichtbare Gespenst über meinen Leib, und ich erhebe mich. Mitten im Zimmer bleibe ich stehen wie eine Statue, ich weiss nicht wie lange; in einen Säulenheiligen verwandelt, schlafe ich auf absonderliche Art.

Wer verleiht mir Kräfte, um mich leiden zu lassen? Wer versagt mir den Tod, um mich meinen Folterqualen auszuliefern?

Ist er es, der Herr über Leben und Tod, den ich beleidigt habe, als ich nach der Lektüre der "Freude zu sterben" Selbstmordversuche machte, da ich mich schon reif für das ewige Leben hielt?