Nicht sehr gewissenhaft in der Wahl seiner Mittel, peinigt er mich eine Woche, vergiftet mich mit Verleumdungen, mit eigens erfundenen Fabeln, benimmt sich aber so ungeschickt, dass ich in meiner Überzeugung bestärkt werde, die Falle, die er mir früher gestellt hatte, habe keinen andern Zweck gehabt, als mich als Geisteskranken einzusperren.
Ich lasse ihn gewähren, ohne Widerstand zu leisten, indem ich auf meinen guten Stern vertraute, um mich zu befreien, wenn die Zeit gekommen ist.
Meine scheinbare Unterwerfung verschafft mir das Wohlwollen meines Henkers: mitten im Meer allein hausend, von seinen Nachbarn und Untergebenen verwünscht, gibt er dem Bedürfnis, sich anzuvertrauen, nach. Mit einer Naivität, die bei einem Mann von fünfzig Jahren unbegreiflich ist, erzählt er mir, seine Schwester sei im letzten Winter verrückt geworden und habe in einen Anfall von Wahnsinn ihre Ersparnisse verbrannt.
Am nächsten Tag neue vertrauliche Mitteilungen: ich erfahre, dass sein Bruder als geisteskrank auf dem Lande interniert ist.
Ich frage mich: ist es aus diesem Grunde, um sich am Schicksal zu rächen, dass er mich einzusperren wünscht?
Ich beklage sein Unglück und gewinne mir seine Zuneigung so vollständig, dass ich die Insel verlassen kann um mir auf einer benachbarten Insel, wo ich meine Familie wiederfinde, eine Wohnung zu mieten.
Einen Monat später ruft mich ein Brief zu meinem "Freund": er ist vor Schmerz gebrochen, weil sein Bruder sich in einem Anfall von Tobsucht den Schädel zerschmettert hat. Ich tröste ihn, meinen Henker, und um das Unglück voll zu machen, vertraut mir seine Frau unter Tränen, sie befürchte schon lange, dass ihr Gatte das Schicksal der andern teilen werde.
Ein Jahr vergeht, da berichten die Zeitungen, dass der ältere Bruder meines Freundes sich unter Umständen, die auf geistige Störung deuten, getötet hat.
Drei Blitzschläge auf das Haupt dieses Mannes, der mit dem Donner hatte spielen wollen.
"Welches Zusammentreffen," wird man sagen. Und was noch mehr ist: welches unglückliche Zusammentreffen, jedes Mal, wenn ich diese Geschichte erzählt habe, bin ich dafür bestraft worden.