Der Fremde, barhäuptig und schweigsam, kam näher, indem er gerade vor mir stehen blieb, betrachtete er mich auf eine so durchdringende Art, dass ich einen brennenden Schmerz in der Brust fühlte.
Wir nahmen einen andern Platz ein. Der Mann folgte uns, ohne sein Schweigen zu brechen. Seine Blicke waren weder böse noch scharf, vielmehr äusserst wehmütig, und ausdruckslos wie die eines Nachtwandlers. Da wurde ich von einer Erinnerung ergriffen, die allzu entfernt war, um bewusst zu sein, und stellte an meinen Tischkameraden die Frage:
—Der Mann gleicht einem unserer Freunde, aber welchem?
—Ja, wahrhaftig es ist ganz offenbar unser Freund Martin mit fünfundvierzig Jahren.
In diesem Augenblick taucht aus dem Chaos meines Innern: die Gestalt von der Bedürfnisanstalt in Berlin und Freund Martin (so hiess der unglückliche Doktor, der mir Swedenborgs Arbeiten geliehen hatte) verfolgt von einem Unbekannten.
Nun hatte der Mann neben uns Platz genommen, aber so, dass er uns den Rücken zukehrte.
Wie gross war meine Verwunderung, als ich einen Knoten im Nacken dieses Menschen bemerkte. Um aber ganz sicher zu sein, fragte ich meinen Kameraden:
—Kannst du den Auswuchs am Hinterkopf dieses Mannes sehen?
—Ganz recht! Ich sehe ihn deutlich. Nun und?
Ich antwortete nicht, weil die Erzählung zu lang geworden wäre, auch war der Lehrer ein erbitterter Gegner des Okkultismus.