In Acht erklärt, scheel angesehen, von Vätern und Müttern als ein Verführer der Jugend verflucht, bin ich in eine Lage versetzt, die an die der Schlange im Ameisenhaufen erinnert, um so mehr als ich infolge von Geldverlegenheit die Stadt nicht verlassen kann.

Geldverlegenheit! Das ist nun mein Schicksal seit drei Jahren, und ich kann es nicht erklären, wie es kommt, dass alle Quellen versiegt sind, nachdem aller Vorrat erschöpft war. Vierundzwanzig Theaterstücke von meiner Hand, jetzt aufgelegt im Winkel, und kein einziges wird mehr gespielt; ebenso viele Romane und Erzählungen und kein Band ist in neuer Auflage herausgekommen. Alle Versuche, eine Anleihe aufzunehmen, sind gescheitert und scheitern noch immer. Nachdem ich alles verkauft hatte, was ich besass, zwang die Not mich schliesslich, die Briefe zu verkaufen, die ich Laufe der Jahre empfangen habe, das heisst fremdes Eigentum!

Diese unveränderliche Armut scheint mir so deutlich auf einer besonderen Absicht zu beruhen, dass ich sie schliesslich gutwillig hinnehme, als einen Bestandteil meiner Sündenbusse, und nicht mehr Widerstand zu leisten suche.

Was mich selbst betrifft, für mich als freien Schriftsteller hat die Mittellosigkeit nichts zu bedeuten, aber nicht für den Unterhalt meiner Kinder sorgen zu können, das ist die reine Schande.

Nur zu denn mit der Schande! Nur zu mit der Schmach! Nur zu mit dieser Hölle! Ich gebe der Versuchung nicht nach, die falsche Ehre mit meinem Leben zu bezahlen!

Gefasst auf alles, leere ich entschlossen bis auf den Grund die äusserste der ausserordentlichen Demütigungen; und man gebe acht, wie meine Sühneleiden anfangen.

Wohlerzogene Jünglinge aus wohlhabenden Familien bringen mir eines Nachts eine Katzenmusik im Korridor. Ich nehme sie entgegen wie etwas Wohlverdientes und ohne mich zu rühren.

Ich will eine möblierte Wohnung mieten. Die Vermieter sagen nein unter durchsichtigen Vorwänden, und die abschlägige Antwort wird mir ins Gesicht geworfen. Ich mache Besuche und werde nicht angenommen. Nur Kleinigkeiten!

Was dagegen meine Seele geisselt, ist die erhabene Ironie, die sich in dem unbewussten Benehmen meiner jungen Freunde offenbart, wenn sie mir Mut einflössen wollen, indem sie Lobreden auf meine literarische Laufbahn halten: "so fruchtbar an befreienden Ideen" usw.! Und ich habe eben diese sogenannten Ideen auf den Kehrrichthaufen geworfen; die Träger dieser Ansichten sind also meine Gegner geworden! Ich führe Krieg mit meinem alten Ich; indem ich meine Freunde und meine früheren Gesinnungsgenossen bekämpfe, schlage ich mich selbst zu Boden.

Das ist gut arrangiert; und als Dramatiker muss ich die prächtige Komposition in dieser Tragikomödie bewundern. Wahrhaftig, eine gut gemachte Szene.