Erster Teil
[1.]
Der besessene Teufelsbeschwörer.
Gejagt von den Erinnyen, wurde ich schliesslich im Dezember 1896 in der kleinen Universitätsstadt Lund in Schweden festgehalten. Eine Anhäufung kleinbürgerlicher Häuser um eine Domkirche, ein palastartiges Universitätsgebäude und eine Bibliothek, bildet die Stadt eine Zivilisations-Oase in der grossen südschwedischen Ebene.
Ich muss den raffinierten Scharfsinn bewundern der mir diesen Ort zum Gefängnis ausersehen hat. Von den "Eingeborenen" in Schonen wird die Universität Lund sehr geschätzt, aber für einen Mann vom Norden, wie ich es bin, ist der Umstand, dass man hier lebt, ein Zeichen, dass man heruntergekommen ist.
Ferner für mich, der ich hoch in den Vierzigern stehen, zwanzig Jahre lang verheiratet gewesen bin, mich an ein regelmässiges Familienleben gewöhnt habe, ist es eine Demütigung, eine Relegation, auf den Umgang mit Studenten angewiesen zu sein; Junggesellen, die einem ausschweifenden Kneipenleben ergeben und wegen ihrer oppositionellen Denkart bei den väterlichen Autoritäten der Akademie mehr oder weniger schlecht angeschrieben sind.
Gleichaltrig und einst Kamerad der Professoren, die mich jetzt nicht mehr kennen, werde ich gezwungen, meine Gesellschaft bei den Studenten zu suchen, also die Rolle eines Feindes der Alten und der angesehenen Gesellschaftskreise zu übernehmen.
Heruntergekommen, das ist das rechte Wort. Und warum? Weil ich es verschmähte, mich den Gesetzen des Gesellschaftslebens und der Familiensklaverei zu unterwerfen. Aus eine heilige Pflicht habe ich den Kampf für die Aufrechterhaltung meiner Persönlichkeit betrachtet, ob diese nun gut oder schlecht sein mag.