Ihr müßt seine Lieb erkennen,
Oder ein Weib Gemahl benennen;
(Zu Probstein und Käthchen.)
Ihr und Ihr seid euch gewiß,
Wie der Nacht die Finsternis.
Weil wir Hochzeitschöre singen,
Fragt euch satt nach diesen Dingen,
Daß euer Staunen sei verständigt,
Wie wir uns trafen, und dies endigt.
Lied.
Ehstand ist der Juno Krone:
O selger Bund von Tisch und Bett!
Hymen bevölkert jede Zone,
Drum sei die Eh verherrlichet.
Preis, hoher Preis und Ruhm zum Lohne
Hymen, dem Gotte jeder Zone!
Herzog.
O liebe Nichte, sei mir sehr willkommen!
Als Tochter, nichts Geringres, aufgenommen.
Phöbe (zu Silvius).
Ich breche nicht mein Wort: du bist nun mein;
Mich nötigt deine Treue zum Verein.
(Jacques de Boys tritt auf.)
Jacques de Boys.
Verleiht für ein paar Worte mir Gehör:
Ich bin der zweite Sohn des alten Roland,
Der Zeitung diesem schönen Kreise bringt.
Wie Herzog Friedrich hörte, täglich strömten
Zu diesem Walde Männer von Gewicht,
Warb er ein mächtig Heer; sie brachen auf,
Von ihm geführt, in Absicht, seinen Bruder
Zu fangen hier und mit dem Schwert zu tilgen.
Und zu dem Saume dieser Wildnis kam er,
Wo ihm ein alter, heilger Mann begegnet,
Der ihn nach einigem Gespräch bekehrt
Von seiner Unternehmung und der Welt.
Die Herrschaft läßt er dem vertriebnen Bruder,
Und die mit ihm Verbannten stellt er her
In alle ihre Güter. Daß dies Wahrheit,
Verbürg ich mit dem Leben.
Herzog.
Willkommen, junger Mann!
Du steuerst kostbar zu der Brüder Hochzeit:
Dem einen vorenthaltne Länderein,
—Ein ganzes Land, ein Herzogtum, dem andern.
Zuerst laßt uns in diesem Wald vollenden,
Was hier begonnen ward und wohl erzeugt;
Und dann soll jeder dieser frohen Zahl,
Die mit uns herbe Tag und Nächt erduldet,
Die Wohltat unsers neuen Glückes teilen,
Wie seines Ranges Maß es mit sich bringt.
Doch jetzt vergeßt die neue Herrlichkeit,
Bei dieser ländlich frohen Lustbarkeit.
Spiel auf, Musik!—Ihr Bräutigam' und Bräute,
Schwingt euch zum Tanz im Überschwang der Freude.
Jacques.
Herr, mit Erlaubnis:—hab ich recht gehört,
So tritt der Herzog in ein geistlich Leben
Und läßt die Pracht des Hofes hinter sich.