Käthchen Könnt Ihr denn wünschen, daß mich die Götter poetisch gemacht hätten?
Probstein.
Ich tue es wahrlich, denn du schwörst mir zu, daß du ehrbar bist.
Wenn du nun ein Poet wärest, so hätte ich einige Hoffnung, daß du
erdichtetest.
Käthchen
Wolltet Ihr denn nicht, daß ich ehrbar wäre?
Probstein.
Nein, wahrhaftig nicht, du müßtest denn sehr häßlich sein; denn
Ehrbarkeit mit Schönheit gepaart ist wie eine Honigbrühe über
Zucker.
Jacques.
Ein sinnreicher Narr!
Käthchen Gut, ich bin nicht schön, und darum bitte ich die Götter, daß sie mich ehrbar machen.
Probstein. Wahrhaftig, Ehrbarkeit an eine garstige Schmutzdirne wegzuwerfen, hieße, gut Essen auf eine unreinliche Schüssel legen.
Käthchen Ich bin keine Schmutzdirne, ob ich schon den Göttern danke, daß ich garstig bin.
Probstein. Gut, die Götter sei'n für deine Garstigkeit gepriesen, die Schmutzigkeit kann noch kommen. Aber sei es, wie es will, ich heirate dich, und zu dem Ende bin ich bei Ehrn Olivarius Textdreher gewesen, dem Pfarrer im nächsten Dorf der mir versprochen hat, mich an diesem Platz im Walde zu treffen und uns zusammenzugeben.
Jacques (beiseite).
Die Zusammenkunft möchte ich mit ansehn.