Aemilia.
Um's Himmels willen, was macht der Herr sich vor Gedanken!—Wie
befindet sich Eu. Gnaden? Wie steht's um meine liebste Gnädige
Frau?

Desdemona (allein.) Es ist billig, daß mir so mitgespielt wird, sehr billig; wie hab ich mich denn aufgeführt, daß er nur den Schatten eines Grundes zum allerkleinsten Mißtrauen gefunden haben soll?—

Eilfte Scene.
(Jago und Aemilia zu Desdemona.)

Jago.
Was ist zu Eu. Gnaden Befehl? Wie steht's?

Desdemona. Das kan ich nicht sagen; diejenigen, die eure Kinder ziehen, thun es mit Freundlichkeit, und legen ihnen nicht zuviel auf; er hätte mich ja mit Sanftmuth ausschelten können: Denn, die Wahrheit zu sagen, ich bin wie ein Kind wenn ich ausgescholten werde.

Jago.
Wovon ist die Rede, Gnädige Frau?

Aemilia.
Ach, Jago, der Gnädige Herr hat sie so behurt, ihr so schmählich
begegnet, so garstige Namen über sie ausgegossen, daß ein ehrliches
Herz es nicht ertragen kan.

Desdemona.
Verdien' ich einen solchen Namen, Jago?

Jago.
Was für einen Namen, Gnädige Frau?

Desdemona.
Den, so sie sagte, daß mir mein Mann gegeben habe.