Aemilia. Gebe der Himmel, daß es Staats-Sachen seyen, wie ihr glaubt, und keine eifersüchtige Grillen, die euch angehen.
Desdemona.
Das wäre gar zu unglüklich! Ich gab ihm niemals Ursache dazu.
Aemilia. Eifersüchtige Gemüther lassen sich damit nicht beruhigen; sie sind nicht allezeit eifersüchtig, weil sie eine Ursache dazu haben, sondern oft nur, weil sie eifersüchtig sind. Die Eifersucht ist ein Ungeheuer, daß keinen andern Vater und keine andre Mutter hat als sich selbst.
Desdemona.
Der Himmel bewahre Othello's Herz vor diesem Ungeheuer!
Aemilia.
Dazu sag ich Amen, Gnädige Frau.
Desdemona. Ich will sehen, wo er ist. Cassio, entfernt euch nicht zu weit; wenn ich ihn in einer bessern Laune finde, so will ich euer Anligen wieder in Bewegung bringen, und das äusserste versuchen, um glüklich damit zu seyn.
Cassio.
Ich danke Eu. Gnaden demüthig.
(Sie gehen auf verschiedenen Seiten ab.)
Dreyzehnte Scene.
(Eine Strasse vor dem Pallast.)
(Cassio, tritt wieder auf, und begegnet der Bianca.)
Bianca.
Guten Tag, Freund Cassio.