Jago. Ruft ihren Vater auf, wekt ihn auf, macht Lerm, versalzt ihm wenigstens seinen Spaß; ruft es in den Strassen aus, jagt ihre Verwandten in den Harnisch, und wenn ihr ihn aus dem Paradiese, worein er sich eingenistert hat, nicht vertreiben könnt, so plagt ihn doch mit Fliegen,
{ed. * Eine Anspielung auf die Beobachtung, daß die schönsten und fruchtbarsten Gegenden des Erdbodens am meisten mit Ungeziefer gestraft sind.}
so daß seine Freude, wenn sie gleich nicht völlig aufhört Freude zu seyn, doch wenigstens durch die Verdrießlichkeiten womit sie unterbrochen wird, etwas von ihrer Farbe verliere.
Rodrigo.
Hier ist ihres Vaters Haus ich will ihm überlaut ruffen.
Jago.
Thut es, und mit einem so gräßlichen Ton, und Zetter-Geschrey, als
wie wenn bey Nacht durch Nachlässigkeit Feuer in einer volkreichen
Stadt ausgekommen ist.
Rodrigo.
He! holla! Brabantio! Signor Brabantio! he!
Jago.
Wacht auf! he! holla! Brabantio! he! Diebe! Diebe!
Seht zu euerm Haus, zu eurer Tochter, und zu euern Geld-Säken:
Diebe! Diebe!
Zweyte Scene.
(Brabantio zeigt sich oben an einem Fenster.)
Brabantio. Was ist die Ursache dieser fürchterlichen Aufforderung? Was giebt's hier?
Rodrigo.
Signor, ist eure ganze Familie zu Hause?