Aemilia.
Ja, ja; oh, legt mich an meiner Frauen Seite.

Gratiano.
Seine Frau ist ermordet, und er ist entlauffen.

Montano. Das ist ein entsezlicher Bösewicht; nehmt diesen Degen in Verwahrung, damit ihn der Mohr nicht erhasche; kommt, besezt die auswendigen Thüren, laßt ihn nicht durch; tödtet ihn eher; ich selbst will diesem Bösewicht nach; es ist ein verdammter Geselle!

(Montano und Gratiano gehen ab.)

Neunte Scene.

Othello. Ich bin auch nicht mehr tapfer; ein jeder kleiner Klopffechter nimmt mir meinen Degen weg. Aber warum sollte die Ehre die Tugend überleben? Laßt immer alles dahin fahren!

Aemilia. Was bedeutete dein Gesang, meine Gebieterin? Höre, kanst du mich hören? Ich will den Schwanen machen, und singend sterben; (Weide, Weide, Weide—)—Mohr, sie war keusch; sie liebte dich, grausamer Mohr; so sehe mein Geist die Seligkeit, wie ich die Wahrheit rede, und diese Wahrheit—sey mein leztes Wort—

(Sie stirbt.)

Othello.
Ich habe noch einen andern Degen in diesem Zimmer, eine Spanische
Klinge, mit Wasser aus dem Ebro gestählt; o, hier ist sie: Oheim,
ich muß hinaus.

Gratiano (vor der Thüre.) Wenn du es versuchst, wird es dir theuer zu stehen kommen; du hast kein Gewehr, und sollst dich unterwerfen, du magst wollen oder nicht.