([Weibergeschrei hinter der Szene.])

SEYTON
Es ist Geschrei von Weibern, gnädger Herr.

(Geht ab.)

MACBETH
Verloren hab ich fast den Sinn der Furcht.
Es gab 'ne Zeit, wo kalter Schaur mich faßte,
Wenn der Nachtvogel schrie, das ganze Haupthaar
Bei einer schrecklichen Geschicht empor
Sich richtete, als wäre Leben drin.
Ich hab mich vollgeschluckt mit so viel Grauen:
Entsetzen, meinem Mordsinn eng vertraut,
Schreckt nun mich nimmermehr.—

(Seyton kommt zurück.)

Weshalb das Wehschrein?

SEYTON
Die Königin, Herr, ist tot.

MACBETH
Sie hätte später sterben können; es hätte
Die Zeit sich für ein solches Wort gefunden.—
Morgen, und morgen, und dann wieder morgen,
Kriecht so mit kleinem Schritt von Tag zu Tag,
Zur letzten Silb auf unserm Lebensblatt;
Und alle unsre Gestern führten Narren
Den Pfad zum staubigen Tod. Aus, kleines Licht!
Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild,
Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht
Sein Stündchen auf der Bühn und dann nicht mehr
Vernommen wird; ein Märchen ists, erzählt
Von einem Blödling, voller Klang und Wut,
Das nichts bedeutet.

(Ein Bote kommt.)

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