SEYTON
Die Königin, Herr, ist tot.

MACBETH
Sie hätte später sterben können; es hätte
Die Zeit sich für ein solches Wort gefunden.—
Morgen, und morgen, und dann wieder morgen,
Kriecht so mit kleinem Schritt von Tag zu Tag,
Zur letzten Silb auf unserm Lebensblatt;
Und alle unsre Gestern führten Narren
Den Pfad zum staubigen Tod. Aus, kleines Licht!
Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild,
Ein armer Komödiant, der spreizt und knirscht
Sein Stündchen auf der Bühn und dann nicht mehr
Vernommen wird; ein Märchen ists, erzählt
Von einem Blödling, voller Klang und Wut,
Das nichts bedeutet.

(Ein Bote kommt.)

Du hast was auf der Zunge: schnell heraus!

BOTE
Mein königlicher Herr,
Ich sollte melden das, was, wie ich glaube,
Ich sah; doch wie ichs tun soll, weiß ich nicht.

MACBETH
Nun, sags nur, Mensch!

BOTE
Als ich den Wachtdienst auf dem Hügel tat—
Ich schau nach Birnam zu, und sieh, mir deucht,
Der Wald fängt an zu gehn.

MACBETH
Lügner und Sklav!

(Schlägt ihn.)

BOTE
Laßt Euren Zorn mich fühlen, ists nicht so:
Drei Meilen weit könnt Ihr ihn kommen sehn;
Ein gehnder Wald—wahrhaftig!