Porzia.
So löscht der größre Glanz den kleinern aus.
Ein Stellvertreter strahlet wie ein König,
Bis ihm ein König naht; und dann ergießt
Sein Prunk sich, wie vom innern Land ein Bach
Ins große Bett der Wasser. Horch, Musik!

Nerissa.
Es sind die Musikanten Eures Hauses.

Porzia.
Ich sehe, nichts ist ohne Rücksicht gut;
Mich dünkt, sie klingt viel schöner als bei Tag.

Nerissa.
Die Stille gibt den Reiz ihr, gnädge Frau.

Porzia.
Die Krähe singt so lieblich wie die Lerche,
Wenn man auf keine lauschet; und mir deucht,
Die Nachtigall, wenn sie bei Tage sänge,
Wo alle Gänse schnattern, hielt' man sie
Für keinen bessern Spielmann als den Spatz.
Wie manches wird durch seine Zeit gezeitigt
Zu echtem Preis und zur Vollkommenheit!—
Still! Luna schläft ja beim Endymion
Und will nicht aufgeweckt sein.

(Die Musik hört auf.)

Lorenzo.
Wenn nicht alles
Mich trügt, ist das die Stimme Porzias.

Porzia.
Er kennt mich, wie der blinde Mann den Kuckuck,
An meiner schlechten Stimme.

Lorenzo.
Gnädge Frau, willkommen!

Porzia.
Wir beteten für unsrer Männer Wohlfahrt
Und hoffen, unsre Worte fördern sie:
Sind sie zurück?