Jessica.
Ich werde durch meinen Mann selig werden; er hat mich zu einer
Christin gemacht.

Lanzelot. Wahrhaftig, da ist er sehr zu tadeln. Es gab unser vorher schon Christen genug, grade soviel, als nebeneinander gut bestehen konnten. Dies Christenmachen wird den Preis der Schweine steigern; wenn wir alle Schweinefleischesser werden, so ist in kurzem kein Schnittchen Speck in der Pfanne für Geld mehr zu haben.

(Lorenzo kommt.)

Jessica. Ich will meinem Mann erzählen, was Ihr sagt, Lanzelot; hier kommt er.

Lorenzo.
Bald werde ich eifersüchtig auf Euch, Lanzelot, wenn Ihr meine
Frau so in die Ecken zieht.

Jessica. Ihr habt nichts zu befürchten, Lorenzo; Lanzelot und ich, wir sind ganz entzweit. Er sagt mir grade heraus, im Himmel sei keine Gnade für mich, weil ich eines Juden Tochter bin; und er behauptet, daß Ihr kein gutes Mitglied des gemeinen Wesens seid, weil Ihr Juden zum Christentum bekehrt und dadurch den Preis des Schweinefleisches steigert.

Lorenzo.
Das kann ich besser beim gemeinen Wesen verantworten als Ihr Eure
Streiche mit der Mohrin. Da Ihr ein Weißer seid, Lanzelot, hättet
Ihr die Schwarze nicht so aufgeblasen machen sollen.

Lanzelot.
Es tut mir leid, wenn ich ihr etwas weisgemacht habe; aber da das
Kind einen weisen Vater hat, wird es doch keine Waise sein.

Lorenzo.
Wie jeder Narr mit den Worten spielen kann! Bald, denke ich, wird
sich der Witz am besten durch Stillschweigen bewähren und
Gesprächigkeit bloß noch an Papageien gelobt werden.—Geht ins
Haus, Bursch, sagt, daß sie zur Mahlzeit zurichten.

Lanzelot.
Das ist geschehn, Herr, sie haben alle Mägen.