Aufidius.
O! nenne nicht den Gott, du Knab der Tränen!—
Coriolanus.
Ha!
Aufidius.
Nichts mehr!
Coriolanus.
Du grenzenloser Lügner! zu groß machst du
Mein Herz für meinen Busen. Knab? O Sklave!
Verzeiht mir, Herrn, das ist das erste Mal,
Daß man mich zwingt zu schimpfen.—Ihr Verehrten,
Straft Lügen diesen Hund; sein eignes Wissen
(Denn meine Striemen sind ihm eingedrückt,
Und diese Zeichen nimmt er mit ins Grab)
Schleudr' ihm zugleich die Lüg in seinen Hals.
Erster Senator.
Still, beid, und hört mich an.
Coriolanus.
Reißt mich in Stück', ihr Volsker! Männer, Kinder,
Taucht euern Stahl in mich.—Knab?—Falscher Hund!
Wenn eure Chronik Wahrheit spricht—da steht's,
Daß, wie im Taubenhaus der Adler, ich
Gescheucht die Volsker in Corioli.
Allein—ich—tat es. Knabe!
Aufidius.
Edle Herrn,
So laßt ihr an sein blindes Glück euch mahnen,
Und eure Schmach? Durch diesen frechen Prahler
Vor euren eignen Augen?
Die Verschwornen.
Dafür sterb er!
Die Bürger. (Durcheinander.)
Reißt ihn in Stücke, tut es gleich.—Er tötete meinen Sohn—
meine Tochter.—Er tötete meinen Vetter Marcus!—
Er tötete meinen Vater!
Zweiter Senator.
Still! keine blinde Wut. Seid ruhig. Still!
Der Mann ist edel, und sein Ruhm umschließt
Den weiten Erdkreis. Sein Vergehn an uns
Sei vor Gericht gezogen. Halt, Aufidius!
Und stör den Frieden nicht.