Menenius.
Ich will's versuchen—
Kann sein, er hört mich; doch, die Lippe beißen
Und grollen mit Cominius schwächt mein Herz.
Man traf die Stunde nicht, vor Tische war's.
Und sind die Adern leer, ist kalt das Blut,
Dann schmollen wir dem Morgen, sind unwillig
Zu geben und vergeben; doch gefüllt
Die Röhren und Kanäle unsers Bluts
Mit Wein und Nahrung, macht die Seele schmeidger
Als priesterliches Fasten.—Drum erpaß ich,
Bis er für mein Gesuch in Tafellaune,
Und dann mach ich mich an ihn.
Brutus.
Ihr kennt den wahren Pfad zu seiner Güte
Und könnt des Wegs nicht fehlen.
Menenius.
Gut, ich prüf ihn.
Geh's, wie es will, bald werd ich selber wissen,
Ob's mir gelang.
(Geht ab.)
Cominius.
Er hört ihn nimmer.
Sicinius.
Nicht?
Cominius.
Glaubt mir, er sitzt in Gold, sein Blick so feurig,
Als wollt er Rom verbrennen; und sein Zorn
Ist Kerkermeister seiner Gnad.—Ich kniete,
Nur leise sprach er: "Auf!"—entließ mich—so—
Mit seiner stummen Hand. Was er tun würde,
Schickt' er mir schriftlich nach; was er nicht würde,
Zwäng ihn ein Eid, sich selbst nicht nachzugeben.
So daß uns keine Hoffnung bleibt—
Wenn's seine edle Mutter nicht und Gattin—
Die, hör ich, sind gewillt, ihn anzuflehn
Um Gnade für die Stadt; drum gehn wir hin,
Daß unser bestes Wort sie noch mehr treibe.
(Gehn ab.)
Zweite Szene
Lager der Volsker vor Rom
Zwei Wachen der Volsker, zu ihnen kommt Menenius