Brief:
„Liebwerter Kollega Fr. H., ich möchte es Ihnen gern sagen, daß ich Ihr fünfzehnjähriges Töchterchen ‚Naemi‘, (der jüdische Name hat ihr Gott sei Dank nicht geschadet!) für eine edelste Vollkommenheit halte. Aber Sie gehören bestimmt zu den Vätern, die mir darauf prompt erwidern werden: ‚Wenn sie nur brav und gesund bleibt!‘ Gerade zwei Eigenschaften, auf die ich nicht den geringsten Wert lege!“
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Eine Dame war unliebenswürdig gegen mich. Ich sagte: „Nehmen Sie einen Suppenlöffel voll Cortex Rhamni Frangulae!“
„Wird es mir nützen?!“ sagte sie.
„Nein, mir!“
Der befreite Mensch ist stets liebenswürdig, ja sogar zu Gnaden geneigt. Der andere ist mißmutig, geizig, lieblos!
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Anita hat mich verlassen, weil sie bemerkt hat, daß ich edlere Hände und Füße, einen elastischeren Gang habe als sie! Sie hat sich einen genommen — — — nun, Sie können es sich daher denken, wie er aussieht! Anita ist zu mir zurückgekehrt. Sie hat reuig gesagt: „Und eine Glatze hat er aber auch, da bleibe ich doch gleich lieber bei dir!“