So wenig, so kläglich wenig stilles idyllisches romantisches Glück am schönheitsprangenden Frieden der Natur! So viel strenger lächerlicher Egoismus und schäbige Befriedigung, ob man über eine Fläche, auf der man drei Stunden lang hinaufstapfte, in fünf Minuten wieder heruntersauste! Natur als Zirkus, als Manege! Wie wenn jemand sagte: „Nach Beethovens Neunter krieg ich immer so einen gesunden Appetit zum Nachtmahl!“ Wie ist es, daß euch schneebedeckte Wiesen, kahle Bäume und Notschrei der schwarzen Krähe nicht edel-trübsinnig machen und zugleich erhoben über das lügereiche Leben, das ihr führt trotz allem?! Es ist, weil ihr selbst die tiefe Poesie der Winterlandschaft in eure schamlos harten Dienste zwängt! Sich hingeben kennt ihr nicht! Sich verlieren! Ihr seid euch zu wichtig!
DAS LEBEN
Er schrieb eine Hymne auf die Einfachheit der Kleidung in diesen Kriegszeiten, es kam sogar eine Stelle vor: „Und teure Pelze seien eure Schande! Loden und Flanell eure Ehre!“ Nun kam eine Dame an seinen Stammtisch mit einem Polarfuchspelze. „Sie sehen, Herr Dichter, wie wenig Ihr Angriff gegen uns Frauen gewirkt hat!“ sagte sie. „Das sehe ich nicht, sondern im Gegenteil, es zeigt sich eben etwas sehr Wichtiges, nämlich: Luder bleibt Luder!“ sagte der Dichter, und entfernte sich hoheitsvoll wie König Heinrich, den der Herr B’suff Falstaff angerufen hatte: „He, Heinz!“
DAS TESTAMENT
Das Testament Pius X.
„Messaggero“ will von einer vatikanischen Persönlichkeit den Wortlaut des Testaments des Papstes erfahren haben. Es soll nur wenige Zeilen enthalten und mit folgender Erklärung schließen:
„Ich bin in Armut geboren, habe in Armut gelebt und will in Armut sterben.
Ich bitte den Heiligen Stuhl, meinen Schwestern monatlich 300 Lire auszuzahlen.
Ich will nicht einbalsamiert werden.“