Melancholisch Bedrückte, Stoffwechsel-Verlangsamte, Brütende, Trauernde kommen mit einem Minimum von einem Minimum von Nahrung aus (drei Gläser Joghurt, drei rohe Eidotter mit Salz in Suppe gesprudelt, Milchkaffee, Biskuit). Das Wort „essen“ ist in Mostschädel, Idiotengehirne eingenistet, aber das Wort „verdauen“ begreifen sie nicht! Denn sie verdauen tatsächlich alles, was sie fressen, diese Gesundheitsviecher! Und gerade diese Untiere sollen die Abnormalen, die Kranken, verstehen?!? Die Kranken sollten die Gesunden internieren, damit diese an ihnen keine Gemeinheiten begehen können! Ich sah einen vormittags Bratwürstchen mit Rotkraut verzehren, infolgedessen gab ich den Verkehr sogleich mit ihm auf. Da kann nichts Gutes herauskommen, bei dieser verbrecherischen Lebensführung!
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Wenn ich die Leute in den Sanatorien so Revue passieren lasse — — — lauter nette, feine, gescheite, ruhige, anständige Menschen! Was macht es, daß sich einer für einen Kaiser hält und eine für eine Fürstin?! Alle sind ganz normal, bis auf eine kleine, unscheinbare, fixe Idee. Aber draußen, draußen im Leben, da ist ein jeder voll von fixen Ideen! Der eine hat Ehrgeiz, wozu, weshalb?! Der andere will von einer geliebt werden, die ihn nicht ausstehen kann. Einer stirbt vor Eifersucht wegen einer, die es nicht einmal verdiente, daß man sich ihren Namen, viel weniger ihre Adresse merke. Einer hofft, ewig begehrenswert zu bleiben; eine, ewig taufrisch! Einer glaubt etwas zu sein, weil eine, die nichts ist und noch weniger, auf ihn „fliegt“! Einer läßt sich ein hellblaues Samtgilet machen mit grünen Glasknöpfen. Einer zahlt einer ein Kalbsfilet mit Spargelspitzen und ist überzeugt, bei ihr eine Eroberung gemacht zu haben. Ein anderer zahlt noch mehr und ist noch überzeugter! Die begehrten Frauen fühlen sich wie in einem Irrenhaus. Nur die begehrenden Männer nicht. Die sind zu borniert dazu. Die nehmen alles ernst. Eine junge Dame sagte zu mir: „Daß wir die Männer brauchen, das begreife ich! Als idiotische Wurzen! Aber wozu sie uns brauchen, das kann ich nicht begreifen!“
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Lukullus-Diner: Soupe Crême d’orge; Asperges de Eibenschitz et Pudmeritz; Bries gratiné sauce Parmesan; Zanderfilets, sauce pomo d’oro salée; Crême de framboises; poires bonne femme; Gervais, Camembert, Roquefort, Chester; Café au lait; Kurfürstlicher Magenbitter „Danziger Lachs“; das Recht, seiner schönen Nachbarin, vom servierten Kaffee an, ganz sachte und zart die Hand auf ihr Knie legen zu dürfen!
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Eine angezogene Frau hasse ich wegen ihrer Kompliziertheit, und eine ausgezogene wegen ihrer Primitivität! Wenn man einmal eine angezogene Frau fände, die man sich nicht ausgezogen wünschte, und eine ausgezogene, die man sich nicht angezogen wünschte! — — — Das wäre das Glück!
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„Herr Peter, was spricht man denn stundenlang mit dieser Person, ein so intelligenter Mensch, was Sie sind?!?“