Das mache ganz und gar nichts, versetzte er, er lasse diese unbedeutende Zeche ganz gern bis zum nächstenmal stehen. Ich erwiderte, es könne lange dauern, bis ich wieder bei ihm vorbei komme; allein er versicherte abermals, das habe nichts auf sich, er könne wohl warten, ich könne überhaupt zu jeder Zeit bei ihm haben was ich wolle und den Betrag dafür stehen lassen, so lange es mir beliebe. Ich werde doch nicht von ihm glauben, daß er einem so reichen Herrn wie ich, bloß deshalb kein Vertrauen schenke, weil ich ein lustiger Kauz sei, der zum Ulk gerne in geringer Kleidung unter die Leute gehe. Unterdessen hatten sich weitere Gäste eingefunden; auch jetzt gab er mir noch durch Zeichen zu verstehen, ich solle das Ungetüm doch nur wieder einstecken; und als ich fortging, machte er einen Bückling um den andern hinter mir drein bis zur Thür. Ich machte mich schnurstracks wieder auf den Weg nach der Wohnung des Brüderpaars, um die Leutchen von der vorgekommenen Verwechslung in Kenntnis zu setzen, ehe ich durch polizeiliche Nachforschungen hiezu veranlaßt würde. Es war mir gar nicht recht wohl bei der Sache, ja, ich hatte eigentlich ganz gehörig Angst, obwohl mich natürlich durchaus keine Schuld traf. Aber ich kannte die Welt und wußte nur zu wohl, daß, wenn jemand aus Versehen einem Bettler statt einer Einpfundnote eine Millionenbanknote giebt, er unfehlbar in eine gräßliche Wut auf den armen Teufel gerät, anstatt sich für seine Kurzsichtigkeit nach Gebühr an der eigenen Nase zu fassen. Als ich in die Nähe des Hauses kam, begann sich meine Aufregung etwas zu legen, denn da war alles still und ruhig. – Offenbar war der Streich noch nicht entdeckt worden. Ich klingelte. Derselbe Bediente wie das erstemal erschien wieder. Ich fragte nach den beiden Herrn.

»Sie sind fort,« erwiderte er in dem hochmütigen, kalten Ton, den seinesgleichen meist an sich haben.

»Fort? Wohin?«

»Verreist.«

»In welcher Richtung?«

»Wahrscheinlich nach dem Kontinent.«

»Dem Kontinent?«

»Jawohl.«

»Welchen Weg haben sie eingeschlagen?«

»Kann ich nicht sagen.«