„Man kann eigentlich gar nicht daran glauben! bemerkte Phil Evans.
— So glauben wir nicht daran,“ antwortete Onkel Prudent.
Sie begaben sich hiermit nach dem Vorderdeck und ließen die Blicke über den Horizont im Westen schweifen.
„Ah, eine andere Stadt! rief Phil Evans.
— Können Sie dieselbe erkennen?
— Ja, es scheint mir Montreal zu sein.
— Montreal? ... Aber wir haben doch Quebeck vor kaum zwei Stunden verlassen!
— Das beweist, daß diese Maschine sich mit einer Geschwindigkeit von mindestens fünfundzwanzig Lieues die Stunde bewegt.“
Das war in der That die Größe der Geschwindigkeit des „Albatros“, und wenn die Passagiere davon keine Belästigung verspürten, lag das daran, daß sie mit dem Winde forttrieben. Bei stillem Wetter hätte sie diese Schnelligkeit schon merkbar genirt, weil sie fast der eines Expreßzuges gleichkommt. Bei widrigem Winde wäre dieselbe ganz unerträglich gewesen.
Phil Evans täuschte sich nicht. Unter dem „Albatros“ erschien Montreal, das an seiner Victoria-Brücke, einer Röhrenbrücke über den St. Lorenz gleich dem Bahnviaduct über die Lagunen von Venedig, leicht kenntlich war. Bald unterschied man auch seine breiten Straßen, die ungeheuren Magazine, die Paläste der Banken, die Kathedrale, eine neuerdings nach dem Vorbilde des St. Peters-Domes in Rom erbaute Basilica und endlich den Mont-Royal, der die ganze Stadt überragt und zu einem herrlichen Park umgeschaffen ist.