Sein Ton war von schonender Freundlichkeit und etwas müde, als behage es ihm, hier auszuruhen und es ein wenig gut zu haben.
„Ich lasse ihn sofort bringen. – Du hast viel gearbeitet?“
Das war ihr entschlüpft, beinahe ohne daß sie es wußte. Sie wollte eigentlich nichts damit sagen; sie wollte nur, da es eben eine seltne gute Stunde war, ein wenig Aufmerksamkeit zeigen, und das fiel nicht leicht, da die Gewohnheit fehlte.
„Ja, ich habe ein paar Stunden gemalt,“ sagte ihr Mann trocken.
Es störte ihn, daß sie das fragte. Es war zwischen ihnen Sitte geworden, daß von seiner Arbeit nie geredet werde, und viele von seinen neueren Bildern hatte sie überhaupt nie gesehen.
Sie fühlte, daß der helle Augenblick verrinne, und sie tat nichts, ihn zu halten. Und er, der schon die Hand nach seinem Etui ausgestreckt hatte, um sich die Erlaubnis zu einer Zigarette zu erbitten, ließ die Hand wieder sinken und hatte die Lust dazu verloren.
Doch trank er ohne Eile seinen Kaffee, tat noch eine Frage nach Pierre, dankte mit Höflichkeit und blieb noch einige Minuten im Zimmer, ein kleines Bild betrachtend, das er seiner Frau vor manchen Jahren geschenkt hatte.
„Es hält sich gut,“ sagte er, halb zu sich selbst, „und sieht noch ganz hübsch aus. Nur die gelben Blumen sind eigentlich entbehrlich, sie ziehen zuviel Helligkeit da herüber.“
Frau Veraguth sagte nichts; es waren zufällig gerade die äußerst duftig und fein gemalten gelben Blumen, die sie an dem Bilde vor allem gern hatte.
Er wandte sich um und lächelte leicht.