Der Jüngling blickte höflich auf und gab Auskunft.
„Das Allermodernste kenne ich auch nur vom Hörensagen. Ich gehöre keiner Richtung an und liebe alle Musik, wenn sie gut ist. Am meisten Bach, Gluck und Beethoven.“
„O, die Klassiker. Von denen haben wir zu unserer Zeit eigentlich nur Beethoven näher gekannt. Von Gluck wußten wir überhaupt nichts. Wir hielten alle stramm zu Wagner, müssen Sie wissen. Weißt du noch, Johann, wie wir zum erstenmal den Tristan hörten? Das war ein Rausch!“
Veraguth lächelte unfroh.
„Alte Schule!“ rief er etwas hart. „Wagner ist abgetan. Oder nicht, Albert?“
„O, im Gegenteil, er wird ja auf allen Theatern gespielt. Aber ich habe darüber kein Urteil.“
„Mögen Sie Wagner nicht?“
„Ich kenne ihn zu wenig, Herr Burkhardt. Ich komme sehr selten ins Theater. Mich interessiert nur die reine Musik, nicht die Oper.“
„Na, aber das Meistersingervorspiel! Das kennen Sie gewiß. Taugt das auch nichts?“
Albert biß sich auf die Lippen und besann sich einen Augenblick, ehe er antwortete.