Ich liebe den Leib der Insekten, deren bewegliche Gelenkfügung den gleichen mechanischen Sinn aufweist wie die Gelenke des Harnischs.

Ich liebe die Muscheln, deren zierlichen kegelförmigen Körper ein Netz von Geäder einspinnt, deren Farbe blaß ist wie das Gesicht eines Kranken, blaß wie Nephrit; jene, mit den falben Flecken, welche dem Innern einer durchschnittenen Frucht gleichen; – die großen Seemuscheln, die sich mächtig bäumen, um ihre Spirale in eine einem Munde gleichende gähnende Öffnung zurückzuwerfen; jene Muscheln, deren enthüllter Perlmutterkörper verwirrend wirkt wie Orchideen.

Ich liebe die exotischen Schmetterlinge, über deren sinnreich gebauter und erprobter Konstruktion ein Gewebe sich breitet, von einer frischen Köstlichkeit wie hellaufflackerndes Lachen; ein Gewebe, blau und schimmernd wie eine Sternnacht im Sommer, oder mehr noch, dunkel und tief wie die Trauer, wie das Leid ohne Ende.

Ich liebe die Schauspiele der Natur, den wechselnden elementaren Anblick des Meeres, die zielbewußten Windungen der Ströme, die Berge und Felsen, deren Linie die Ausdauer offenbart, mit welcher die höheren Elemente, Wind, Regen und Schnee, ihr allmähliches Werden endgültig zusammengefaßt und ihre Schlußsilhouette bestimmt haben, in welcher sich die entgegengesetzten Kräfte des Materials und der Elemente neutralisieren zu gemeinsam gewaltigen, vollklingenden Akkorden. So liebe ich den Vesuv, den Ätna und den Stromboli, wie die Japaner den Fuji-no-yama als ihr Heiligtum lieben.

Ich liebe die Monumente, deren Linie und Form sich decken und sich mitteilen, wie bei den Pyramiden Ägyptens und den griechischen Tempeln; deren Organe sich verketten und deren Materie atmet, sich erregt und errötet; deren Wölbungen, Pfeiler und Säulen sich anstrengen in der Erfüllung ihres Zweckes, um uns fortwährend ihre ausdauernden Bestrebungen zu beweisen; – bei denen jede Fuge verrät, daß sich hier die Steine oder die angewandten Materialien mit so viel Liebe aneinandergeschlossen haben, wie es nur menschliche Wesen vermögen.