Isolde denkt, wie Mama sich früher geplagt hat, eigentlich so stumpf wie eine Magd, die fürs Leben gekauft ist, der der Herr kein freundliches Wort zu geben braucht. Er ist ihrer sicher.
Sie kann sich nicht eines besonders liebenswürdigen Ausdruckes erinnern, den der Vater je an Mama gewendet hätte.
‚Na Alte‘, so ganz gedankenlos hingesagt — das hört sie in der Erinnerung, so ein klein wenig Ironie dabei — so von oben herab.
Mamas Heirat war eine Liebesheirat gewesen, gegen den Willen ihrer Eltern.
„Ah“ — Isolde dehnte sich im Stuhl und streckte die Hände von sich. ‚Triste! … Gott behüte einem vor so etwas.‘
Mama ist ein Kind geblieben, ein armes unwissendes Kind: — müde gearbeitet, ohne Liebe, ohne Sonne.
Isolde hat das Gefühl, sie möchte zu ihr hingehen und sie küssen und streicheln; dann fängt aber Mama immer zu klagen an um alles Mögliche — und auch darum, daß sie zu nichts Appetit hat und nichts vertragen kann.
Isolde weiß das schon.
Es ist für Mama nicht gut, zärtlich mit ihr zu sein. Sie kann damit nichts mehr anfangen.
Isolde denkt daran, wie Papa vor Jahren Mrs. Wendland den Hof gemacht hat. Er hat immer irgend eine Flamme gehabt.