Als junges Mädchen hatte sie recht gern gelesen, hatte sich Gedichte abgeschrieben und schöne Aussprüche. Davon war nie mehr die Rede gewesen.
Nach jeder Wäsche Gebirge morschen Leinenzeugs und von früh morgens an das Sinnen und Kämpfen, daß es zum Mittagessen lange, und daß mit den lächerlichsten Mitteln etwas Anständiges auf den Tisch komme.
Kaum war gegessen, hieß es: „Und was zum Abendessen für all’ die Leut?“
Und wie das Geld unter den Fingern fortglitt! — Immer derselbe Schreck — immer dieselbe Aufregung. Plötzlich waren von allen Seiten die Rechnungen wie losgelassen.
Das Mädchen brachte sie kühl mit heim, vom Bäcker, vom Metzger, von Gott weiß wem!
Der Mama gab eine jede solche Rechnung einen Stoß in die Nerven. Woher nehmen? — Wie kann denn das wieder zusammenkommen!
Diese Hetz bis aufs Blut, bis ins innerste Mark.
Und dann die Jahre, als die Kinder kamen.
Welche Sorgen!
Und immer so hilflos und trostlos, wie ein bis zu Todesmattigkeit getriebenes Tier.