Diese alte vergessene und verachtete Chemie von 1830 ist das Orakel geworden, das mir im kritischen Augenblick Hilfe bringt. Meine Freunde Orfila und Swedenborg beschützen mich, ermutigen mich, bestrafen mich. Ich sehe sie nicht, aber ich fühle ihre Gegenwart; sie zeigen sich nicht meinem Geist, weder durch Visionen noch durch Halluzinationen, aber die kleinen Ereignisse des Tages, die ich sammle, zeigen, dass sie in die Wechselfälle meines Daseins eingreifen.
Die Geister sind positivistisch geworden wie die gegenwärtige Epoche und begnügen sich nicht mit Visionen. Als Beispiel führe ich dieses Zusammentreffen an, das durch das Wort Koinzidenz nicht zu erklären ist.
Nachdem es mir gelungen war, Goldflecke auf Papier hervorzubringen, suchte ich das Ergebnis im grossen auf trockenem Wege und durch das Feuer zu erzielen. Zweihundert Versuche führten zu nichts, und verzweifelt lege ich das Lötrohr nieder.
Mein Morgenspaziergang führte mich in die Strasse der Sternwarte, wo ich oft die vier Weltteile bewundere, aus dem heimlichen Grunde, weil die lieblichste der Carpeauxschen Frauen meiner Frau gleicht. Sie steht auf der Höhe des Zeichens der Fische unter der Ringkugel, und Sperlinge haben hinter ihrem Rücken ihr Nest gebaut.
Zu Füssen des Denkmals finde ich zwei oval geschnittene Pappstücke: das eine trägt die gedruckte Zahl 207, das andere die Nummer 28. Das bedeutet Blei (Atomgewicht 207) und Silizium (Atomgewicht 28). Ich hebe den glücklichen Fund auf, um ihn für meine chemischen Aufzeichnungen zu bewahren.
Zu Hause beginne ich eine Reihe Versuche mit Blei, indem ich Silizium vorläufig lasse. Da ich aus der Metallurige weiss, dass Blei, in einem mit Knochenasche gefütterten Tiegel, immer etwas Silber gibt, und dieses Silber beständig etwas Gold enthält, sage ich mir, dass der phosphorsaure Kalk, der Hauptbestandteil der Knochenasche, in der Gewinnung des Goldes aus Blei den wesentlichen Faktor ausmachen müsse.
In der Tat färbte sich das Blei, auf einem Bett von phosphorsaurem Kalk geschmolzen, immer goldgelb auf seiner unteren Fläche. Aber der böse Wille der Mächte unterbrach die Vollendung des Versuchs.
Ein Jahr später, als ich zu Lund in Schweden weilte, gab mir ein Bildhauer, der in feineren Töpferwaren arbeitete, eine aus Blei und Silizium zusammengesetzte Glasur, mit deren Hilfe ich zum ersten Mal ein vererztes Gold von vollkommener Schönheit erhalte.
Als ich ihm dankte, zeige ich ihm die beiden Pappstücke mit den Zahlen 207 und 28.
Zufall oder Zusammentreffen in dieser Begebenheit, die sich durch eine unerschütterliche Logik auszeichnet?