Der Fall und das verlorene Paradies.

In diese neue Welt eingeführt, in die niemand mir folgen kann, fasse ich einen Widerwillen gegen die andern und habe einen unbesiegbaren Wunsch, mich von meiner Umgebung freizumachen. Ich benachrichtige also meine Freunde, dass ich nach Meudon gehen wolle, um ein Buch zu schreiben, das Einsamkeit und Stille verlange.

Zur selben Zeit führten unbedeutende Zwistigkeiten zu einem Bruch mit dem Kreis der Cremerie, so dass ich mich eines Tages recht rauh vereinsamt fand. Die erste Folge war eine unerhörte Ausdehnung meiner inneren Sinne: eine seelische Kraft, die sich zu betätigen verlangte. Ich glaubte mich im Besitz grenzenloser Kräfte, und der Hochmut flösste mir die tolle Idee ein, zu versuchen, ob ich ein Wunder tun könne.

In einer früheren Epoche, in der grossen Krisis meines Lebens, hatte ich bemerkt, dass ich eine Fernwirkung auf abwesende Freunde auszuüben vermochte. In den Volkssagen hat man sich mit der Frage der Telepathie und der Behexung beschäftigt. Ich möchte mir nun weder unrecht tun, noch mich von einer verbrecherischen Handlung ganz weiss waschen, aber ich glaube zu wissen, dass mein böser Wille nicht so böse war wie der Rückschlag, den ich davon empfing. Eine ungesunde Neugier, ein Ausbruch verkehrter Liebe, veranlasst durch die furchtbare Einsamkeit, flösst mir eine übermässige Sehnsucht ein, wieder mit meiner Frau und meinem Kind anzuknüpfen, da ich sie alle beide liebte. Aber wie, da der Scheidungsprozess schon im Gang war? Ein ausserordentliches Ereignis, ein gemeinsames Unglück, ein Blitzschlag, eine Feuersbrunst, eine Überschwemmung ... kurz eine Katastrophe, die zwei Herzen wieder vereinigt, wie sich in den Romanen feindliche Hände am Bette eines Kranken treffen. Da habe ich es! Eines Kranken! Die Kinder sind immer etwas krank; die Empfindlichkeit einer Mutter übertreibt die Gefahr; ein Telegramm, und alles ist gesagt.

Ich kannte nicht die einfachsten Begriffe der Magie, aber ein unheilvoller Instinkt flüsterte mir ins Ohr, was ich mit dem Porträt meines geliebten Töchterchens vornehmen müsse, meines geliebten Töchterchens, das später mein einziger Trost in einem verfluchten Dasein werden sollte.

Ich werde die Folgen einer Handlung erzählen; wie die böse Absicht durch die Vermittlung des symbolischen Verfahrens zu wirken schien.

Indessen liessen die Konsequenzen auf sie warten, und ich setzte meine Arbeiten fort, hatte aber das Gefühl eines unerklärlichen Unbehagens, das von der Ahnung neuen Unglücks begleitet war.

Als ich abends allein vor dem Mikroskop sass, begegnete mir ein Zwischenfall, den ich damals nicht verstand, der aber doch einen starken Eindruck auf mich machte.

Ich hatte seit vier Tagen eine Walnuss keimen lassen und löste jetzt den Keim der, herzförmig und nicht grösser als ein Birnenkern, zwischen zwei Samenblättchen eingepflanzt ist, deren Aussehen an das menschliche Gehirn erinnert. Man stelle sich meine Erregung vor, als ich auf der Platte des Mikroskops zwei Händchen erblickte, weiss wie Alabaster, erhoben und gefaltet wie zum Gebet. Ist es eine Vision? eine Halluzination? Oh nein! Eine niederschmetternde Wirklichkeit, die mir Schrecken einflösst! Unbeweglich sind sie gegen mich wie in Beschwörung ausgestreckt, ich kann ihr fünf Finger zählen, der Daumen ist kürzer, richtige Frauen- oder Kinderhände.

Ein Freund, der mich vor diesem mich bestürzenden Schauspiel überraschte, wurde aufgefordert, die Erscheinung zu bestätigen; und er brauchte kein Hellseher zu sein, um zwei gefaltete Hände zu sehen, die den Beobachter um Barmherzigkeit anrufen.