—Ja! Und sonderbar war, dass dieses Nageln mich nach Norwegen verfolgte. Wenn ich eine Erklärung vom Hotelwirt verlangte, behauptete er nichts gehört zu haben.
—Das ist ja ganz wie mit mir!
—Ja, es ist wie mit dir! Was mir aber in Christiania passierte, übertrifft alles, was meine schlimmsten Feinde hätten ausfindig machen können. Ich kenne viele Leute in Christiania, sie waren noch in der Stadt und ich konnte doch nicht einen einzigen treffen! Allein, immer allein!
Wie ich im Café des Grand Hotel so allein sitze, werde ich von einem jungen Mann angesprochen, der an einem Nebentisch sitzt. Glücklich, eine Gelegenheit zu finden, meine eigene Stimme wieder hören zu können, antworte ich, gegen meine Gewohnheit in solchen Fällen. Da er wohlerzogen aussah und es sich mit ihm sprechen liess, lud ich ihn schliesslich ein, mir Gesellschaft zu leisten.
Wir bringen den Abend zusammen zu. Ich muss zugeben, dass mir der junge Mann nach einigen Stunden den unbestimmten Argwohn einflösste, er sei nicht der, für den er sich ausgab. Er widersprach sich selbst und redete ohne Zusammenhang, und ich wusste nicht, wo ich ihn unterbringen sollte.
Schliesslich gegen Nacht, blieb ein norwegischer Freund, den ich drei Jahre nicht gesehen hatte, vor unserm Tisch stehen; er begrüsst mich mit einer pfiffigen Miene, die diesem ernsten Charakter ganz fremd war, und schielt nach meinem Begleiter. Darauf lacht er und schleudert mir eine Beschimpfung ins Gesicht, indem er sich stellt, als glaube er, mein Kamerad stehe in einem Verhältnis unnatürlicher Intimität zu mir. Auf meine Proteste antwortet er nur, indem er wiederholt:
—Genieren Sie sich nicht! genieren Sie sich nicht! Hier ist man wie bei sich zu Hause und braucht sich nicht zu genieren.
Was sollte ich sagen? Was sollte ich tun?
Der junge Mann wurde nicht böse, und da warf der norwegische Freund, der wohl ein Glas zu viel im Kopfe hatte, folgenden Einfall hin, vielleicht ganz ohne Hintergedanken:
—Übrigens ist nichts Böses dabei; das ist ein verkleidetes Weib.