Als er auf den Hof tritt, erblickt er ein junges Weib, das wie ein Spalier an der Wand steht. Er geht näher, um den Zusammenhang zu ermitteln, der nach der schlimmen Seite zu neigen scheint. Vor dem Weibe angelangt, erkennt er das Mädchen von gestern; da er das Opfer eines Erpressungsversuchs zu sein glaubt, ruft er wütend:

—Was haben Sie hier zu tun? Gehen sie Ihrer Wege!

Ohne ein Wort zu sagen, begibt sich das Mädchen zur Pforte, und ohne irgendwie zu zeigen, dass sie den erkannt hat, der mit ihr gesprochen hat. Sie war offenbar nicht gekommen, um ihn zu schikanieren.

Aber im selben Augenblick und in Gegenwart seiner Mutter stürzen die zwanzig Strassenjungen aus dem hinteren Teile des Hofes hervor, umringen den Doktor und das Mädchen und zeigen mit den Fingern auf die beiden Unglücklichen, überhäufen sie mit groben Schimpfworten und lassen verstehen, dass sie die beiden in einer gewissen Situation überrascht haben.

Der Doktor, vernichtet vor Scham, sich in Gegenwart seiner Mutter skandalisiert zu sehen, beteuert ihr, dass er unschuldig sie, obgleich er auf frischer Tat ergriffen zu sein scheint.

Welche peinliche Szene für einen Sohn!

Als er mir dies Abenteuer erzählte, das mir wie ein böser Traum vorkam, unwahrscheinlich in seiner ungerechten Grausamkeit, sah der arme Doktor erbärmlich aus.

—Das ist ja der Teufel selbst, nicht wahr! Unschuldig an einer Sache sein, die übrigens keinen etwas angeht, und dann öffentlich auf diese Weise hingerichtet werden!

—Ja, der Vorfall erscheint mir dunkel. Das ist ja unglaublich! Zwanzig Jungen, die auf einen Hof kommen, ein liederliches Weib, dem nichts an der Ehre gelegen sein kann und das sich nicht zu rächen sucht! Was bedeutet das? Eine Lektion! Es ist deutlich, dass die Mächte in der Sittlichkeit strenger werden. Und wie modern sie geworden sind! Keine Träume, keine Geschichte, da die Leute sich an so etwas nicht mehr kehren. Nein, statt dessen ganze Inszenierungen von vollendeten Realismus, Dinge zum Anschauen ausgebreitet, bei denen man mit Räsonnement nicht weit kommt.

—Du glaubst also, dass es ein Verweis war. Aber, wenn ich dir sage, dass ich ohne Schuld war, wirklich unschuldig.