—Und wie haben Sie Heilung gefunden?
War es Feigheit, oder gehorchte ich einer Stimme in meinem Innern, als ich antwortete:
—Ich nahm Sufonal.
Sein Gesicht bekam einen Ausdruck der Enttäuschung, aber ich konnte nichts bei der Sache tun.
[4.]
Wunder.
Nach drei Monaten sehr strengen Winters machen sich die ersten Frühlingszeichen bemerkbar. Die erstarrten Menschensinne tauen auf, und die ausgesäten Samen unter dem Schnee beginnen zu keimen. Es ist so vieles geschehen, und, statt die unleugbaren Tatsachen als Zufälle und zufälliges Zusammentreffen von sich zu schieben, beobachtet man sie, sammelt sie und zieht daraus seine Reflexionen. Anfangs tat man es, um über seinen eigenen Aberglauben lachen zu können, später erlischt das Lächeln, und man weiss nicht mehr, was man glauben soll. Es geschehen Wunder, und zwar alle Tage, aber man tut nicht Wunder nach Belieben.
Eines Tages zur Mittagsstunde gehe ich über den Markt, der für den Augenblick geräumt ist. Seit langen an Platzfurcht leidend, fürchte ich mich vor leeren Räumen, und mit einer schlecht verhehlten Ängstlichkeit gehe ich über offene Plätze. Dieses Mal, da ich müde von der Arbeit und äusserst nervös bin, macht der Anblick des öden Marktes einen so quälenden Eindruck auf mich, dass ich eine Verlangen empfinde, "mich unsichtbar zu machen", um mich neugierigen Augen zu entziehen; ich senke den Kopf, hefte den Blick auf das Steinpflaster und habe ein Gefühl, als ob ich mich in mich selbst zusammenrolle, die äusseren Sinne zuschliesse und die Berührung mit der Aussenwelt abschneide; als ob ich aufhöre, den Einfluss des umgebenden Milieus zu vernehmen. Und ohne davon zu wissen, bin ich über den Markt gekommen.
Im nächsten Augenblick werde ich aus einer Gasse hinter mir von zwei bekannten Stimmen angerufen. Ich bleibe stehen.