Keiner antwortet, denn die Windstösse versuchen uns auf eine ganz persönliche Weise umzuwerfen, stellen uns ein Bein, reissen uns am Haar, heben den Rockschoss auf.

Angekommen an Ort und Stelle, die neben dem Stall und unter dem Heuboden lag, werden wir von einem Lärm über unsern Köpfen begrüsst und—seltsam—es ist genau das Geräusch, das mich seit einem halben Jahr verfolgt.

—Horch! Hört ihr etwas?

—Ja, es sind Leute oben, die dem Vieh Futter geben! antwortet der Dichter.

Ich will die Tatsache nicht leugnen, warum aber gerade in dem Augenblick, da ich eintrete? Und wie kommt es, dass das Unwesen überall dieselben akustischen Formen annimmt? Es muss unbedingt jemand sein, ein Unsichtbarer, der diese Katzenmusik für mich anstellt; es ist keine Gehörshalluzination, da die anderen dieselbe physische Wahrnehmung haben wie ich.

Als wir ins Schlafzimmer zurückgekommen sind, wird dennoch nichts aus der Ruhe. Der Dichter, der sich den ganzen Tag ruhig verhalten hat, dem die Eltern ein Bodenzimmer zum Schlafen angewiesen haben, macht den Anfang damit, unruhig auszusehen, und gesteht schliesslich ein, dass er sich nicht getraut allein zu schlafen, weil der Alp ihn reite.

Ich trete ihm mein Lager ab und darf statt dessen über einen grossen Saal nebenan verfügen, der mit einem ungeheuren Bett versehen ist.

Der ungeheizte Saal, ohne Rouleaux und fast unmöbliert, lastet auf meinem Gemüt mit einem Unbehagen, das beständig durch die Feuchtkühle vermehrt wird.

Um mich zu zerstreuen, suche ich nach Büchern und finde auf einem kleinen Tisch die Bibel mit Gustae Dores Illustrationen sowie eine Sammlung Andachtsbücher. Da erinnere ich mich, dass ich in ein religiöses Haus eingedrungen bin, dass ich der Freund des verlorenen Sohnes und ein Verführer der Jugend bin. Welche demütigende Rolle für einen achtundvierzigjährigen Mann. Wie erniedrigend!

Und ich verstehe das Leiden des jungen Mannes, der zwischen tugendhafte und fromme Menschen eingesperrt ist. Das muss dieselbe Pein sein wie für den Teufel, die Messe zu besuchen. Und um den Dämon mit dem Dämon zu vertreiben, bin ich hierher eingeladen; ich bin gekommen, um durch Befleckung diese reine Luft zum Einatmen möglich zu machen, da der junge Mann sie nicht ertragen kann.