—Zum Katholizismus?

—Es scheint mir so! Der Okkultismus hat seine Rolle gespielt, indem er die Wunder und die Dämonologie wissenschaftlich erklärte. Die Theosophie, die der Religion den Weg bahnte, hat ausgelebt, nachdem sie die Weltordnung, die straft und belohnt, wiederhergestellt hat. Karma wird sich in Gott verwandeln, und die Mahatmas werden sich als die neugeborenen Mächte, als Zuchtgeister (Dämonen) und als Lehrgeister (Eingeber) enthüllen. Der Buddhismus, den das junge Frankreich pries, hat die Resignation und den Kultus des Leidens eingeführt, die geraden Weges nach Golgatha leiten.

Was das Heimweh betrifft, das ich nach der Mutterkirche empfinde, so ist das eine lange Geschichte, die ich in Kürze erzählen möchte.

Als Swedenborg mich lehrte, dass es verboten sei, die Religion seiner Väter zu verlassen, hat er dem Protestantismus, der ein Verrat an der Mutterkirche ist, das Urteil gesprochen.

Vielmehr, der Protestantismus ist eine den Barbaren des Nordens auferlegte Strafe; der Protestantismus, das ist das Exil, die babylonische Gefangenschaft. Aber die Rückkehr in das gelobte Land scheint nahe zu sein. Die grossen Fortschritte, die der Katholizismus in Amerika, England, Skandinavien macht, verkünden die allgemeine Versöhnung: zur selben Zeit hat die griechische Kirche dem Abendland die Hand gereicht.

Das ist der Traum der Sozialisten, die Vereinigten Staaten des Abendlandes wiederherzustellen, aber in geistigem Sinn verbessert. Doch bitte ich euch, nicht zu glauben, dass politische Überlegungen mich zur römischen Kirche zurückführen. Nicht ich habe den Katholizismus gesucht, er hat sich mir aufgedrängt, nachdem er mich jahrelang verfolgt hat. Mein Kind, das gegen meinen Willen katholisch wurde, hat mich die Schönheit eines Kultes gelehrt, der sich seit seinem Ursprung unberührt erhalten hat, und ich habe immer das Original der Kopie vorgezogen. Der lange Aufenthalt im Lande meines Töchterchens liess mich die hohe Aufrichtigkeit des religiösen Lebens bewundern. Von ähnlicher Wirkung war mein Aufenthalt im Krankenhaus des heiligen Ludwig und schliesslich meine Abenteuer der letzten Monate.

Nachdem ich mein Leben, das mich wie gewisse Verdammte in Dantes Hölle dem Wirbelwind überlieferte, untersucht und dabei erkannt hatte, dass mein Dasein im ganzen keinen anderen Zweck gehabt habe, als mich zu demütigen und zu besudeln, entschloss ich mit, den Henkern zuvorzukommen und selbst die Folterungen an mir zu vollziehen. Ich wollte mitten in den Leiden, Unsauberkeiten und Todesängsten leben und bereitete mich vor, eine Stelle als Krankenpfleger zu suchen und zwar im Hospital der Frères Saint-Jean-de-Dieu zu Paris. Dieser Gedanke kam mir am Morgen des 29. April, nachdem ich einer alten Frau mit einem Totenkopf begegnet war. Als ich nach Hause kam, fand ich auf meinen Tisch "Seraphita" aufgeschlagen; auf der rechten Seite zeigte ein Holzsplitter auf diesen Satz:

"Tut für Gott, was ihr für eure ehrgeizigen Pläne tun würdet; was ihr tut, wenn ihr euch einer Kunst widmet; was ihr getan habt, als ihr ein Wesen mehr als ihn liebtet; oder als ihr ein Geheimnis der menschlichen Wissenschaften verfolgtet! Ist Gott nicht die Wissenschaft selbst...."

Am Nachmittag erhielt ich die Zeitung "L'Eclair", und—welcher Zufall!—das Hospital der Frères Saint-Jean-de-Dieu wird zweimal im Text genannt.

Am 1. Mai las ich zum erstenmal in meinem Leben, "Wie man Magier wird" von Peladan.