In "Arcana coelestia" erklären sich die Rätsel der beiden letzten Jahre mit einer so überwältigenden Genauigkeit, dass ich, das Kind des berühmten neunzehnten Jahrhunderts, die unerschütterliche Überzeugung bekomme, dass es die Hölle gibt, aber hier, auf der Erde, und dass ich sie eben durchgemacht habe.

Swedenborg erklärt mir, warum ich im Krankenhaus des heiligen Ludwig geweilt habe: Die Alchemisten werden vom Aussatz befallen und reissen sich den Schorf ab, der Fischschuppen gleicht. Es ist eine unheilbare Krankheit der Haut.

Swedenborg sagt mir, was die hundert Abtritte des Hotel Orfila bedeuten: Das ist die Kothölle. Der Schornsteinfeger, den mein Töchterchen in Österreich gesehen hat, findet sich auch wieder: "Unter den Geistern gibt es solche, die man unter dem Namen Schornsteinfeger kennt, weil ihr Gesicht wirklich von Rauch geschwärzt ist und sie in einem Gewand von brauner Russfarbe erscheinen.... Einer dieser Schornsteinfegermeister kam zu mir und ersuchte mich dringend, darum zu beten, dass er in den Himmel aufgenommen werde. Ich glaube nicht, sagte er, etwas begangen zu haben, was mich davon ausschliessen könnte; ich habe die Bewohner der Erde zurechtgewiesen, aber ich habe immer dem Verweis und der Züchtigung die Belehrung folgen lassen....

"Die richtenden, bessernden und belehrenden Geister des Menschen heften sich an seine linke Seite, indem sie sich gegen den Rücken neigen und das Buch seines Gedächtnisses nachschlagen und seine Handlungen, ja sogar seine Gedanken darin lesen; denn wenn ein Geist beim Menschen eindringt, bemächtigt er sich des Gedächtnisses. Wenn sie eine schlechte Handlung oder die Absicht, Böses zu tun, sehen, strafen sie ihn durch einen Schmerz im Fuss, in der Hand (!) oder um die Magengegend; und sie tun das mit einer beispiellosen Fertigkeit. Ein Beben kündigt ihr Kommen an.

"Ausser dem Schmerz der Glieder wenden sie noch einen schmerzhaften Druck um den Nabel an, als drücke einem ein stachliger Gürtel; von Zeit zu Zeit Zusammenschnüren der Brust, das bist zur Angst getrieben wird; Ekel vor jeder Nahrung, ausser Brot, und zwar Tage lang.

"Andere Geister bemühen sich vom Gegenteil dessen zu überzeugen, was die belehrenden Geister gesagt haben. Die Geister des Widerspruchs sind auf der Erde aus der Gesellschaft der Menschen wegen ihrer Ruchlosigkeit verbannt gewesen. Man erkennt ihr Nahen an einem fliegenden Feuer, das vor dem Gesicht sich herabzulassen scheint; sie stellen sich unter den Rücken des Menschen, von wo sie sich nach den Teilen bemerkbar machen".

(Diese fliegenden Feuer oder Funken habe ich zweimal gesehen, und immer in Augenblicken der Empörung, als ich alle Vorstellungen als leere Träume verwarf.)

"Sie predigen, dem, was die belehrenden Geister den Engeln nachsprechen, keinen Glauben zu schenken, seinen Wandeln nicht den Lehren anzupassen, die man von ihnen empfangen hat, sondern in aller Freiheit und Ausgelassenheit zu leben. Gewöhnlich kommen sie, sobald die andern sich entfernt haben. Die Menschen kennen sie und beunruhigen sich kaum über sie; aber sie lernen dadurch, was gut und was böse ist. Denn man lernt die Eigenschaft des Guten durch sein Gegenteil kennen; jeder Begriff von einer Sache bildet sich, indem man überlegt, wie sie sich von ihrem Gegenteil unterscheidet, und zwar von verschiedenen Gesichtspunkten aus und auf verschiedene Arten".

Der Leser erinnert sich an die antiken Marmorskulpturen ähnlichen menschlichen Gesichter, die sich aus dem weissen Bezug meines Kopfkissens im Hotel Orfila formten. Darüber sagt Swedenborg:

"Zwei Zeichen lassen erkennen, dass sie (die Geister) bei einem Menschen sind; das eine ist ein alter Mann mit weissem Gesicht; dieses Zeichen verkündet ihnen, dass sie immer die Wahrheit sagen und nur gerecht handeln sollen.... Ich habe selber ein greisenhaftes menschliches Gesicht dieser Art gesehen.... Gesichter von grosser Weisse und grosser Schönheit, aus denen zugleich Aufrichtigkeit und Bescheidenheit leuchten".