Nach zwei Tagen erscheint der Artikel.
Die Losung ist gegeben. Man antwortet mir von verschiedenen Seiten, ohne die Tatsache zu leugnen. Ich habe Anhänger gefunden, ich bin Mitarbeiter einer chemischen Zeitschrift geworden, beginne einen Briefwechsel, der meine weiteren Untersuchungen fördert.
An einem Sonntag, dem letzten, den ich im Fegefeuer des heiligen Ludwig verbringe, sitze ich am Fenster und beobachte, was auf dem Hof vorgeht. Die beiden Diebe gehen mit ihren Frauen und ihren Kindern spazieren, küssen sie von Zeit zu Zeit und sehen glücklich aus, wie sie sich an der Liebe wärmen, die das Unglück schürt.
Meine Einsamkeit bedrückt mich, und ich verwünsche mein Schicksal, das ich ungerecht finde, indem ich vergesse, dass mein Verbrechen ihre an Nichtswürdigkeit übertrifft.
Der Briefträger bringt einen Brief von meiner Frau. Der Brief ist von eisiger Kälte. Mein Erfolg hat sie verletzt, und sie gibt vor, ihr Zweifel stütze sich auf die Ansicht eines Chemikers von Fach. Dann fügt sie hinzu, Illusionen seien gefährlich und könnten zu Gehirnkrisen führen. Übrigens, was erreichte ich mit all dem? Könnte ich mit der Chemie eine Familie ernähren?...
Noch einmal die Alternative: Liebe oder Wissenschaft! Ohne zu zögern, schlage ich sie mit einem letzten Abschiedsbrief zu Boden, mit mir zufrieden, wie ein Mörder, der seinen Anschlag ausgeführt hat.
Am Abend gehe ich in dem düsteren Viertel spazieren. Ich überschreite den St. Martins-Kanal, der schwarz wie ein Grab ist und eigens dazu gemacht zu sein scheint, damit man sich darin ertränkt. Ich bleibe an der Ecke der Rue Alibert stehen. Warum Alibert? Wer ist das? Hiess nicht der Graphit, den der Chemiker in meinem Schwefel fand, Alibert-Graphit? Was folgt daraus? Es ist eine Grille, aber der Eindruck von etwas unerklärlichem bleibt mir. Dann Rue Dieu. Warum Gott, wenn er von der Republik abgeschafft ist? Hat sie doch das Pantheon seiner ursprünglichen Bestimmung entzogen!—Rue Beaurepaire. Ein "schöner Aufenthalt" für Missetäter ... Rue de Bondy. Führt mich der Dämon? ... Ich lese die Strassennamen nicht mehr, gehe irre, kehre um auf meinen Spuren, ohne jedoch den Weg wiederzufinden. Ich fahre vor einem ungeheuren Schuppen zurück, der nach rohem Fleisch und verfaultem Gemüse, besonders nach Sauerkraut, stinkt.... Verdächtige Gestalten streifen an mir vorbei und lassen grobe Worte fallen.... Ich habe Furcht vor dem Unbekannten; wende mich rechts, dann links und gerate in eine schmutzige Sackgasse, wo Unrat, Laster und Verbrechen zu hausen scheinen. Dirnen versperren mir den Weg, Strassenjungen lachen mich aus.... Die Szene der Weihnacht wiederholt sich: Vae soli!
Wer legt mir diesen Hinterhalt, sobald ich mich von der Welt und Menschen trenne? Irgendjemand hat mich in diese Falle gehen lassen! Wo ist er? Dass ich mit ihm kämpfe!...
Ein mit schmutzigem Schnee gemischter Regen fällt, gerade wie ich zu laufen anfange.... Im Hintergrund einer kleinen Strasse zeichnet sich vom Himmelsgewölbe in Russschwarz ein ungeheures Tor ab, ein Werk von Cyklopen, ein Tor ohne Palast dahinter, das sich auf ein Meer von Licht öffnet....
Ich frage einen Polizisten, wo ich bin.