Es ist zum Sterben traurig, und meine Traurigkeit teilt sich den beiden guten barmherzigen Schwestern mit, die mich wie ihr krankes Kind pflegen. Was mich vollends niederdrückt, ist die Armut, die ich verbergen muss, und die vergeblichen Versuche, das nahende Elend abzuwenden.

Man wünscht übrigens, dass ich abreise, weil dieses einsame Leben für einen Mann zu nichts führe; auch sind sie einig, dass ich einen Arzt nötig habe.

Vergebens erwarte ich aus meiner Heimat das nötige Geld, und ich gehe auf die grosse Landstrasse hinaus, um eine Flucht zu Fuss vorzubereiten.

"Ich bin gleich dem Pelikane in der Wüste geworden; ich bin wie die Eule in ihrem Zufluchtsort."

Meine Anwesenheit peinigt meine Verwandten; man hätte mich schon fortgejagt, wenn sie das Kind nicht geliebt hätten. Jetzt, da Schmutz oder Schnee das Spazierengehen unmöglich machen, trage ich die Kleine auf meinen Armen weite Wege, erklimme Hügel, entere die Felsen. Da sagen die beiden Alten:

—Du schwächst deine Gesundheit, du wirst schwindsüchtig werden, du wirst dich töten!

—Das wäre ein schöner Tod!

Wir sind beim Mittagessen, es ist er 20. November, ein grauer, trüber, hässlicher Tag. Durch eine ruhelose Nacht, in der ich fortwährend mit den Unsichtbaren gekämpft habe, bis zur Fieberglut erhitzt, verwünsche ich das Leben und beklage mich, dass die Sonne fort ist.

Meine Mutter hat mir vorhergesagt, dass ich vor der Lichtmess, wenn die Sonne wiederkehrt, geheilt werden würde.

—Das ist mein einziger Sonnenstrahl, sage ich zu ihr, indem ich mit dem Finger auf meine kleine Christine zeige, die mir gegenübersitzt.